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Hormonelle Verhütungsmittel

Alternativen zur Pille: Alles über Verhütungsring und Verhütungspflaster

  • Veröffentlicht: 12.05.2016
  • 11:33 Uhr
  • SAT.1
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© dpa - BIldfunk

Beim Verhütungspflaster und -ring handelt es sich um hormonelle Verhütungsmethoden. Wie diese wirken, welchen Schutz sie vor einer Schwangerschaft bieten und welche Vor- und Nachteile sie haben, erfährst du hier.

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Wirkung des Verhütungsrings

Der Verhütungsring ist ein flexibler Kunststoffring mit einem Durchmesser von ungefähr fünf Zentimeter und einer Dicke von 0,4 Zentimeter. Er gibt über einen Zeitraum von drei Wochen kontinuierlich Hormone ab. Die Hormone sind die gleichen wie bei den meisten Pillen. Der Verhütungsring enthält ebenfalls Östrogen und Gestagen, die direkt über die Schleimhäute ins Blut gelangen und eine ungewollte Schwangerschaft verhindern.

Diese Hormonkombination bietet eine dreifache Verhütungswirkung:

  • Durch die Hormone wird der Eisprung unterdrückt, wodurch eine Befruchtung verhindert wird.
  • Der Verhütungsring verändert den Schleim im Gebärmutterhals, was es den Spermien erschwert, in die Gebärmutter einzudringen.
  • Er verhindert, dass sich die Gebärmutterschleimhaut ausreichend aufbaut, was das Einnisten einer befruchteten Eizelle erschwert.
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Anwendung des Verhütungsrings

Um sofortigen Schutz vor einer Schwangerschaft zu gewährleisten, wird der Ring am ersten Tag der Menstruation eingeführt. Falls der Ring zu einem späteren Zeitpunkt im Menstruationszyklus eingeführt wird, ist es ratsam, in den nächsten sieben Tagen zusätzlich zu verhüten, beispielsweise durch die Verwendung von Kondomen.

Den Verhütungsring lässt du drei Wochen lang in der Scheide, danach entfernst du ihn wieder und bekommst deine Regelblutung. Nach sieben Tagen Pause setzt du einen neuen Ring ein, indem du ihn zusammengedrückt wie einen Tampon einführst. Im Gegensatz zur Antibabypille brauchst du dich nicht täglich um die Anwendung zu kümmern.

Wenn du von einer anderen Verhütungsmethode auf den Verhütungsring umsteigst oder nach einer Geburt mit der Anwendung des Verhütungsrings beginnen möchtest, gibt es spezielle Richtlinien. Es ist empfehlenswert, sich hierzu von medizinischem Fachpersonal beraten zu lassen.

Wie sicher ist der Verhütungsring?

Der Verhütungsring ist ein äußerst zuverlässiges Verhütungsmittel mit einem Pearl-Index von 0,4 bis 0,65. Im Vergleich dazu hat die Pille einen Pearl-Index von 0,1 bis 0,9.

Allerdings können die folgenden Faktoren die Zuverlässigkeit des Verhütungsrings gefährdet:

Anwendungsfehler: Es kann vorkommen, dass das Rezept für den nächsten Verhütungsring nicht rechtzeitig besorgt wird und der Ring dann nach der siebentägigen Pause zu spät eingesetzt wird. Dies ist eine häufige Ursache für eine ungewollte Schwangerschaft bei Frauen, die den Verhütungsring verwenden.

Einfluss von Medikamenten: Ähnlich wie bei der Pille können bestimmte Arzneimittel den Empfängnisschutz des Verhütungsrings beeinträchtigen. Dazu gehören beispielsweise Medikamente gegen Epilepsie und Viruserkrankungen, Johanniskraut-Präparate sowie spezielle Antibiotika gegen Tuberkulose. Fragen am besten medizinisches Fachpersonal, wie du dich in einem solchen Fall trotzdem zuverlässig vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen kannst.

Wenn der Verhütungsring für weniger als drei Stunden herausgenommen wird, bleibt der Verhütungsschutz erhalten. Vor dem Wiedereinsetzen sollte der Ring mit lauwarmem Wasser abgewaschen werden, niemals mit Desinfektionsmitteln oder Seifenlösungen.

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Verhütungsring: Vorteile und Nachteile

Solltest du dich für die Benutzung eines Verhütungsrings entscheiden, brauchst du nicht an eine tägliche orale Einnahme zu denken. Bitte beachte jedoch, dass der kleine Kunststoffring nicht vor Geschlechtskrankheiten schützt, wie das Kondom. Die Nebenwirkungen sind ähnlich wie bei der Antibabypille. Einige Frauen klagen über Kopfschmerzen oder leichte Übelkeit. Doch im Allgemeinen ist die Verträglichkeit beim Verhütungsring gut.

Auch muss der Ring nicht wie ein Diaphragma nach einigen Stunden entfernt werden - er bleibt drei Wochen lang in der Scheide. Ein Vorteil gegenüber der Pille ist, dass die Effektivität des Verhütungsrings auch bei Erbrechen oder Durchfall unbeeinträchtigt bleibt. Daher eignet sich der Verhütungsring auch zum Beispiel für Personen mit chronischen Darmentzündungen. Ob diese Verhütungsmethode eine Option für dich ist, besprichst du am besten mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt.

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Wirkung und Anwendung des Verhütungspflasters

Das Verhütungspflaster ist ein etwa 20 Zentimeter großes hautfarbenes Pflaster, das ebenfalls künstliches Östrogen und Gestagen enthält. Sobald das Pflaster auf die Haut geklebt wird, gelangen die Hormone fortwährend in die Blutbahn. Die Wirkungsweise ist dieselbe wie bei der Pille und dem Verhütungsring: Der Eisprung wird gehemmt und der Schleim im Gebärmutterhals verdickt, sodass Spermien nicht mehr zur Eizelle gelangen können, um diese zu befruchten.

Die Anwendung des Verhütungspflasters ist einfach: Es wird einmal pro Woche auf die Haut geklebt, wo es für sieben Tage verbleibt. Am achten Tag wird es durch ein neues Pflaster ersetzt. Ähnlich wie bei der Antibabypille erfolgt nach drei Wochen eine siebentägige Pause ohne Pflaster. Zur Vermeidung von Hautirritationen empfiehlt es sich, das Pflaster abwechselnd an verschiedenen Stellen aufzukleben. Gute Stellen sind beispielsweise Bauch, Hüfte, Oberarm und der obere Rücken - überall da, wo die Kleidung nicht reibt. Wichtig: Die Haut sollte gesund, trocken, unbehaart und sauber sein.

Wie sicher ist das Verhütungspflaster?

Richtig angewandt soll das Verhütungspflaster eine hohe Sicherheit vor ungewollter Schwangerschaft bieten. Der Pearl-Index beträgt 0,72 - 0,9. In der Regel bleibt es auch beim Sport, im Schwimmbad oder in der Sauna an der Haut haften. Sollte sich das Verhütungspflaster doch einmal lösen - teilweise oder ganz - darf es nur wieder aufgeklebt werden, wenn es sicher an der Haut festklebt. Der Empfängnisschutz bleibt für 24 Stunden erhalten. In dieser Zeit muss das Pflaster entweder wieder gut haften oder ein neues Pflaster aufgetragen werden.

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Vor- und Nachteile des Verhütungspflasters

Vorteile:

  • Das Verhütungspflaster bietet eine angenehme und unkomplizierte Nutzung.
  • Es muss nur einmal pro Woche aufgetragen werden.
  • Es bleibt auch in Saunen und Schwimmbädern gut an der Haut haften.
  • Die Wirksamkeit wird nicht durch Durchfall oder Erbrechen beeinträchtigt.

Nachteile:

  • Die Wirksamkeit kann bei Frauen mit Übergewicht und Raucherinnen beeinträchtigt sein.
  • Das Pflaster ist deutlich sichtbar und kann an der Klebestelle zu leichten Hautreizungen führen.
  • Es können mögliche Nebenwirkungen auftreten.
  • Es besteht die Möglichkeit von Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, die die Wirksamkeit des Verhütungspflasters verringern können.
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