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Regionales Heilmittel

 Johanniskraut als Heilpflanze: Enormes Wundermittel bei schlechter Stimmung?

  • Aktualisiert: 17.05.2024
  • 17:55 Uhr
Kleine Blüten, große Wirkung: Johanniskraut ist schon seit der Antike als Heilmittel zur Behandlung verschiedenen Beschwerden bekannt. Studien konnten auch die Wirksamkeit bei leichten bis mittelschweren Depressionen bestätigen.
Kleine Blüten, große Wirkung: Johanniskraut ist schon seit der Antike als Heilmittel zur Behandlung verschiedenen Beschwerden bekannt. Studien konnten auch die Wirksamkeit bei leichten bis mittelschweren Depressionen bestätigen.© Valerii Honcharuk - stock.adobe.com

Johanniskraut wird schon seit langer Zeit als traditionelles Heilmittel eingesetzt. Besonders gut soll es bei depressiven Verstimmungen und der Wundheilung wirken. Welche Vorteile das Kraut mit sich bringt und wie es anzuwenden ist, erfährst du hier.

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Inhalt

Im Video: So kann Johanniskraut bei Depression helfen

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Echtes Johanniskraut - Das sind die Inhaltsstoffe

Es wurde schon in der Antike verwendet und gehört zu den bekanntesten Heilpflanzen bei psychischen Beschwerden: das Johanniskraut. Für Arzneimittel werden alle Pflanzenteile außer der Wurzel genutzt. Die positive Wirkung von Johanniskraut als Heilpflanze wird durch das Zusammenspiel seiner verschiedenen Inhaltsstoffe und deren Wirkmechanismen bestimmt.

Zu diesen wertvollen Inhaltsstoffen zählen:

Hypericine: Das Johanniskraut-Öl erhält seine rote Färbung durch die darin enthaltenen Hypericine. Diese wirken nicht nur antiviral, sondern auch photosensibilisierend, was zu einer Überempfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht führen kann. Die Hypericine können in Kombination mit zahlreichen Flavonoiden im Johanniskrautöl antidepressiv wirken. Der Hypericin-Gehalt ist in den Blüten der Pflanze am höchsten.

Hyperforine: Sie sind für die antibakterielle, entzündungshemmende sowie antidepressive Wirkung des Johanniskrauts verantwortlich. Hyperforine kommen hauptsächlich in den Stempeln der Pflanze vor.

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Flavonoide: Das Johanniskraut hat große Mengen dieser sekundären Pflanzenstoffe. Die in der Heilpflanze enthaltenen Flavonoide wie Hyperosid, Quercitrin, Rutosid, Biflavone und Isoquercitrin wirken entzündungshemmend.

Gerbstoffe: Sie tragen zur schnelleren Wundheilung bei, indem sie die Oberfläche des Gewebes verdichten. Dadurch wird es Erregern erschwert, in die Wunde einzudringen und die Heilung beschleunigt sich.

Ätherische Öle: Sie haben eine beruhigende Wirkung, tragen zu einem allgemeinen Wohlbefinden bei und können auch bei Schlafproblemen helfen.

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Die Wirkung von Johanniskraut

Bestimmte Johanniskrautextrakte wurden in klinischen Studien umfassend untersucht, was bei vielen anderen Heilpflanzen nicht der Fall ist. Johanniskraut findet Anwendung bei verschiedenen Leiden und Krankheiten wie Sportverletzungen, Verbrennungen, Schnitt- und Schürfwunden, Blasenentzündung, Muskelverspannungen, Migräne, Erschöpfung, Schlafstörungen sowie Wechseljahresbeschwerden.

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Johanniskraut bei Depressionen

Johanniskraut ist seit Langem als Heilmittel zur Behandlung von Depressionen bekannt. Mehrere klinische Studien haben gezeigt, dass Johanniskrautextrakte bei leichten bis mittelschweren Depressionen genauso wirksam sind wie herkömmliche Antidepressiva. Dies wird hauptsächlich auf die Hypericine und Hyperforine zurückgeführt, die für eine höhere Konzentration der Neurotransmitter Serotonin, Noradrenalin und Dopamin im Gehirn sorgen und dadurch zur Verbesserung der Stimmung beitragen. Serotonin, Noradrenalin und Dopamin sind wichtige neuronale Botenstoffe in unserem Körper, die viele Wirkungen wie die Förderung von Glücksgefühlen und Motivation haben. Ein Mangel dieser Botenstoffe führt unter anderem zu Depression.

Wissenschaftler:innen der Technischen Universität München haben 29 Studien untersucht, bei denen Johanniskraut zur Behandlung von Depressionen eingesetzt wurde. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass Johanniskraut genauso wirksam ist wie herkömmliche Antidepressiva, aber weniger Nebenwirkungen hat.

Johanniskraut für schöne Haut

Hast du trockene und spröde Haut? Johanniskraut schafft Abhilfe. Cremes oder Lotions mit Johanniskrautextrakt verbessern die Hautfeuchtigkeit und die Oberflächenstruktur der Haut. Das hat eine Studie aus dem Jahr 2003 des Universitätsklinikums Freiburg ergeben, an der Probanden mit Dermatitis teilgenommen haben. Darüber hinaus gehören Ölmischungen mit Johanniskraut auch zur Therapie bei chronischen Hauterkrankungen wie Neurodermitis. Regelmäßige Anwendungen helfen dabei, Juckreiz, Ekzeme und Entzündungen zu lindern und die Haut zu beruhigen. Johanniskrautöl wirkt zudem antibakteriell sowie entzündungshemmend und trägt dazu bei, Hautirritationen zu lindern.

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Johanniskraut für die Wundheilung

Seine entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung macht das Johanniskrautöl auch zu einem hervorragenden Mittel zur Wundheilung. In der Pflege werden Johanniskrautöl-Kompressen verwendet, um Wundliegen (Dekubitus) vorzubeugen und zu behandeln. Es hilft zudem bei Schnittverletzungen und Abschürfungen, da es die Narbenbildung reduziert und die Hautbarriere stärkt.

Johanniskraut zur Schmerzlinderung

Das Öl des Johanniskrauts lindert Muskel- und Nervenschmerzen, wie zum Beispiel Nackenverspannungen und Hexenschuss, wenn es auf die betroffenen Stellen gerieben wird. Auch zur Vorbeugung von leichter Migräne und wiederkehrenden Kopfschmerzen soll die Heilpflanze helfen, wenn du sie regelmäßig einnimmst.

Wegen seiner rötlichen Färbung wird Johanniskrautöl auch Rotöl genannt.
Wegen seiner rötlichen Färbung wird Johanniskrautöl auch Rotöl genannt.© juefraphoto - stock.adobe.com

Johanniskraut: Anwendung

Beachte, dass Johanniskraut-Präparate etwas Zeit benötigen, um ihre Wirkung im Körper zu entfalten. In der Regel dauert es etwa zwei bis drei Wochen, bis sich ausreichend Wirkstoffe im Körper angesammelt haben, um eine spürbare Wirkung zu erzielen. Johanniskraut bekommst du als Öl oder in Form von Kapseln oder Tabletten.

Johanniskrautöl

Johanniskrautöl wird aufgrund seiner blutroten Farbe auch Rotöl genannt. Wie oben bereits erwähnt, ist dafür der Farbstoff Hypericin verantwortlich. Das Öl eignet sich gut zur äußerlichen Anwendung bei Sonnenbrand, Wunden, Verbrennungen, Verstauchungen sowie Kreuzschmerzen.

Johanniskraut-Kapseln und Tabletten

Johanniskraut-Tabletten und Kapseln enthalten Trockenextrakte der Pflanze. Um eine antidepressive Wirkung zu erzielen, müssen Johanniskraut-Präparate in der Regel eine Dosierung von 600 bis 900 Milligramm Pflanzenextrakt aufweisen. Diese Präparate sind verschreibungspflichtig. Du kannst sie in der Apotheke kaufen. Produkte, die in Drogerien frei verkäuflich sind und Johanniskraut in Pulverform enthalten, sind aufgrund ihrer niedrigeren Dosierung für die Behandlung von Depressionen nicht geeignet.

Johanniskrauttee schmeckt nach einer Mischung aus Gras und Erde und wird von vielen als angenehm beschrieben. Du willst es etwas süßer? Honig passt hervorragend dazu.
Johanniskrauttee schmeckt nach einer Mischung aus Gras und Erde und wird von vielen als angenehm beschrieben. Du willst es etwas süßer? Honig passt hervorragend dazu.© liveostockimages - stock.adobe.com

Johanniskrauttee

Um Johanniskrauttee zuzubereiten, koche zwei Teelöffel des frischen oder getrockneten Krautes in einem Liter Wasser kurz auf und seihe es danach direkt ab. Expert:innen empfehlen höchstens drei Tassen am Tag. Falls du an Beschwerden wie Stimmungstiefs, nervlicher Erschöpfung, Krämpfen, Problemen mit der Leber oder Blutarmut leidest, kann ein heißer Johanniskrauttee Linderung verschaffen. Johanniskraut ist auch eine beliebte Zutat in Schlaf- und Beruhigungstees.

Johanniskraut - Mögliche Nebenwirkungen

Zu den möglichen Nebenwirkungen von Johanniskraut gehören zum Beispiel leichte Hautirritationen, Kopfschmerzen, Übelkeit sowie allergische Reaktionen. Das in der Heilpflanze enthaltene Hypericin kann außerdem zu einer Überempfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht führen. Meide daher nach der Einnahme von hoch konzentrierten Johanniskraut-Präparaten direkte Sonneneinstrahlung oder achte auf einen ausreichenden Sonnenschutz. Im Vergleich zu anderen Antidepressiva treten Nebenwirkungen jedoch seltener auf.

Johanniskraut kann allerdings die Wirksamkeit anderer Medikamente beeinträchtigen. Es regt die Bildung eines bestimmten Enzyms an, wodurch der Abbau von Arzneimitteln in der Leber beschleunigt wird. Kombiniere daher Johanniskraut-Präparate nicht mit:

  • Antidepressiva
  • Herz-Kreislauf-Medikamente
  • Blutverdünner
  • Immunsuppressiva
  • HIV-Medikamente
  • Antibabypille

Besprich die Einnahme hoch dosierter Johanniskraut-Präparate daher unbedingt mit medizinischem Fachpersonal, um mögliche Wechselwirkungen auszuschließen.

Johanniskraut kaufen

Johanniskraut-Präparate in verschiedenen Formen wie Öl, Kapseln, Tabletten, Tropfen oder Tee erhältst du in Apotheken, Drogerien und Online-Shops. Beachte, dass nicht alle Präparate die gleiche Konzentration an Wirkstoffen enthalten. Lies dir daher die Produktinformationen sorgfältig durch und lass dich gegebenenfalls von Apotheker:innen oder Ärzt:innen beraten. Besonders bei einem Kauf in Online-Shops ist es wichtig, auf die Qualität der Produkte zu achten und sicherzustellen, dass sie von seriösen Herstellern stammen.

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