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Skandal-These von Professor

„Jung, attraktiv, gut kochen muss sie können“

  • Veröffentlicht: 04.09.2015
  • 14:02 Uhr
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Drei Attribute, die eine Frau ausmachen sollten? Die Behauptung eines Biologie-Professors der Kasseler Universität erhitzt derzeit die Gemüter. Ulrich Kutschera zufolge wollen Männer schlicht und ergreifend Frauen, mit denen sie nicht viel diskutieren müssen – und keine Feministinnen.

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#Der Natur folgen

Ulrich Kutschera ist Evolutionsbiologe. Er denkt naturwissenschaftlich – und betrachtet die Entwicklung und Tendenzen des Menschen datenbasiert. Feminismus und Genderforschung, die sich von den klassischen Geschlechtertypisierungen lösen will, sind für ihn "gleich einem Krebsgeschwür". Dem RBB-Inforadio berichtet der Professor von seinen Vorstellungen.

#Einfache, nette Frauen sind gefragt

Für den Naturwissenschaftler zählen Fakten. Und dass schlichte Frauen beliebter seien, dafür gebe es angeblich zahlreiche Belege. Repräsentative Studien würden beweisen, "dass Männer – unabhängig, ob sie jetzt in Arabien leben oder in Israel oder in Deutschland oder Russland – dass Männer über alle Kulturen hinweg deutlich jüngere, attraktive, fertile, nicht besonders wortgewandte Frauen bevorzugen." Aha, so hat sie also auszusehen, die Traumfrau.

#Was Frauen können müssen

Um es auf den Punkt zu bringen, fasst Kutschera zusammen, was Männer an Frauen lieben: "Männer wollen einfach eine nette Frau, mit der man nicht viel diskutieren muss; jung, attraktiv, gut kochen muss sie können, Kinder großziehen." Doch wie steht es um die Wünsche der Frau? Um die macht sich der Professor offenbar keine Gedanken.

#Aufruhr an der Universität

Der Studierendenausschuss der Universität Kassel ist schockiert den Aussagen des Professors. Doch Kutschera rechtfertigt seinen Standpunkt in einer Stellungnahme, welche die "Hessische/Niedersächsische Allgemeine" veröffentlichte: Er sehe "keinen Grund, von meinen Aussagen etwas zurückzunehmen." Er habe "lediglich biologische Fakten dargelegt und die Geschlechteridentität hormonell-chromosomal begründet."

#Positives Feedback

Tatsächlich scheint der Professor einen Nerv bei einigen Lesern getroffen zu haben. Er berichtet, dass er viel positives Feedback für seine umstrittenen Thesen bekommen habe. "Ich bin angenehm erfreut, dass mich tonnenweise zustimmende Mails von Männern und Frauen aus ganz Deutschland erreichen."

Angeber-Fact: Doch was sagt eigentlich die Genderforschung, gegen die sich der Professor so auflehnt? Diese Strömung will hervorheben, dass Unterschiede zwischen Mann und Frau nur kulturell bedingt sind. Erziehung und mediale Berichterstattung sorgen demnach dafür, dass sich Ideen von "typisch Frau, typisch Mann" hartnäckig halten – und dagegen sollen sich Männer wie Frauen wehren.

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