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Die Corona-Krise in Deutschland

Das neue Coronavirus Sars-CoV-2, das im Dezember 2019 ausgebrochen ist, verbreitete sich seit Anfang 2020 auch in ganz Deutschland. Mehrere mehr oder weniger harte Lockdowns sowie Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen wurden seitdem beschlossen, um die pandemische Lage einzudämmen. Ende April 2021 ging der Bundestag mit der "Bundes-Notbremse" gegen die dritte Welle der Corona-Pandemie vor. Diese führte, je nach lokalem Inzidenzwert, zu einem teils harten Lockdown. Seitdem ging die Zahl der Neuansteckungen kontinuierlich zurück, womit nach und nach die Einschränkungen wieder aufgehoben wurden. Die stockende Impfquote im Herbst 2021 katapultierte die Zahl der Neuansteckungen allerdings auf Rekord-Niveau. Der Winter 2021/22 steht somit im Zeichen der vierten Welle. Insbesondere mit der neuen Mutation Omikron breitet sich eine weitere, deutlich ansteckendere Virus-Variante aus. Den aktuellen Stand zu allen Regeln und Beschränkungen in Deutschland aufgrund der Corona-Pandemie hält die Bundesregierung auf ihrer Corona-Maßnahmenseite fest.


Wie stark breitete sich der Coronavirus Sars-CoV-2 bislang in Deutschland aus?

Obwohl die erste Welle der Coronavirus-Pandemie weniger stark war, als von Experten befürchtet, erwischte die zweite Welle Deutschland wie auch den Rest der Welt mit voller Wucht. Im Frühjahr 2021 breitete sich aufgrund der Viren-Mutationen außerdem die dritten Welle über Deutschland und den ganzen Erdball aus. Im Herbst 2021 stiegen die Neuinfektionen mit Corona wieder sprunghaft an, sodass Experten längst von einer vierten Welle sprechen. Seit Anfang 2022 bestimmt die hochansteckende Virus-Variante Omikron die Pandemie.

Mit Stand Mitte Januar 2022 infizierten sich in Deutschland bislang über 7,8 Millionen Menschen mit COVID-19, davon starben über 115 Tausend Patienten. Etwa 6,9 Millionen Infizierte gelten offiziell als genesen. Die Impfquote der vollständig geimpften Menschen in Deutschland liegt Mitte Januar 2022 bei 77 Prozent. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz und weitere tagesaktuelle Zahlen gibt es stets auf der Seite des Robert Koch-Instituts.


Was bedeutet die Epidemie durch Corona für das Gesundheitssystem und die Gesellschaft?

Das hängt maßgeblich von einem Faktor ab: der Geschwindigkeit der Ausbreitung. Je besser es gelingt, die Rate der Ansteckungen kleinzuhalten, desto geringer dürfte der Druck auf das Gesundheitssystem und die Gesellschaft sein.

 

Problematisch wird das Infektionsgeschehen vor allem dann, wenn es komprimiert in kurzer Zeit auftritt. Dann drohen volle Wartebereiche und Arztpraxen, knapp werdende Intensivbetten und vollkommen überlastete Ärzte, Pflegekräfte und Gesundheitsämter.


Wie ansteckend ist das neue Coronavirus?

Mit Stand Mitte Januar 2022 beziffert das Robert Koch-Institut (RKI) die Reproduktionszahl des Coronavirus in Deutschland auf rund 1,2. Das heißt, dass 100 Erkrankte im Durchschnitt etwa 120 weitere Personen anstecken. Nur wenn die Reproduktionszahl unter 1 liegt, gehen die Infektionen auf Dauer gesehen zurück.

Das Virus vermehrt sich im Rachen und verbreitet sich vor allem durch Tröpfchen, etwa beim Husten und Sprechen

 

"Die fliegen vielleicht so eineinhalb Meter weit und fallen relativ schnell zu Boden", erklärt Drosten. "Es ist das Einatmen einer solchen Wolke, die einen infiziert in den meisten Fällen." Nur in Kontaktsituationen gibt es demnach ein reales Risiko - etwa, wenn man mit einem Infizierten ungefähr eine Viertelstunde oder länger gesprochen habe.

 

Die Inkubationszeit - der Zeitraum zwischen Infektion und Beginn von Symptomen - beträgt in der Regel nach derzeitigem Stand bis zu 14 Tage.


Ist Corona mit einer Grippe vergleichbar? Wie gefährlich ist Corona wirklich?

Die meisten Menschen haben nur leichte Erkältungssymptome mit Frösteln und Halsschmerzen oder gar keine Symptome. Hinzukommen können Fieber und Husten, wie sie auch bei einer Grippe auftreten. Auch Kopfschmerzen oder Durchfall sind möglich.

 

Laut RKI-Präsident Wieler kommt es in etwa einem von fünf Fällen zu einem schwereren Verlauf. Patienten bekommen unter anderem Atemprobleme oder eine Lungenentzündung. Betroffen sind zumeist Menschen aus Risikogruppen wie Krebskranke in Chemotherapie, alte Menschen und solche mit Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder auf Diabetes zurückgehende Organschäden.

 

Todesfälle – etwa durch Atemstillstand, septischen Schock oder Multiorganversagen – sind selten.

 

Grippe und Corona sind von einem Virus verursachte Atemwegserkrankungen, deren Verlauf sehr unterschiedlich sein kann – von symptomlos oder mild bis hin zu sehr schwer, mitunter gar tödlich.

  

Beide Erreger werden vorwiegend über Tröpfchen, etwa beim Sprechen oder Husten, oder auch direkten Kontakt übertragen. Allerdings kann sich laut WHO Influenza (Grippe) rascher ausbreiten als das Corona-Krankheitsbild Covid-19.

 

Schwere bis lebensbedrohliche Verläufe gibt es jedoch nach bisherigen Auswertungen bei Covid-19 häufiger als bei der Grippe. Seit Dezember 2020 gibt es nun Impfstoffe gegen Sars-CoV-19, die nach anfänglichen Lieferengpässen mittlerweile in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Allerdings ist die Impfbereitschaft in der Bevölkerung noch zu niedrig, um die Corona-Pandemie damit beenden zu können. 


Wie lässt sich die neue Lungenkrankheit COVID-19 behandeln?

Eine spezielle Therapie für die Erkrankung COVID-19 gibt es nicht. Schwer erkrankte Patienten werden symptomatisch behandelt: mit fiebersenkenden Mitteln, der Therapie etwaiger bakterieller Zusatzinfektionen und mitunter mechanischer Beatmung. In Einzelfällen werden auch antivirale Medikamente getestet.

Um schwere Verläufe einer Corona-Infektion zu verhindern, läuft seit dem 28. Dezember 2020 eine bundesweite Impfkampagne. Höchste Priorität genossen zu Anfang vor allem Über-80-Jährige. Seit dem Frühjahr 2021 wurden bei der Impfpriorisierung neben älteren Jahrgängen auch Menschen mit Vorerkrankungen oder systemrelevante Berufsgruppen berücksichtigt. Im Frühsommer 2021 hob die Bundesregierung die Impfpriorisierung komplett auf. Mittlerweile darf und soll sich nun jeder Erwachsene impfen und im Idealfall mit einer dritten Impfung "Boostern" lassen. Seit Mitte Dezember 2021 dürfen sich außerdem auch Kinder im Alter zwischen 5 und 11 mit einer speziellen Dosis impfen lassen.      


Gibt es eine schützende Impfung gegen Sars-CoV-2?

Seit dem 28. Dezember wird in Deutschland mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft.

Der deutsche Hersteller Biontech sowie der US-amerikanische Hersteller Pfizer beantragten Anfang Dezember für ihren gemeinsamen Corona-Impfstoff BNT162b2 eine Art Notfallzulassung in der EU und den USA. Diese Freigabe wurde erteilt und in Deutschland starteten die Impfungen am 28. Dezember 2020. Mittlerweile sind außerdem die Impfstoffe der Hersteller Moderna, AstraZeneca sowie Johnson & Johnson in der EU zugelassen. Am 20. Dezember 2021 wurde zudem von der EU-Kommission der Impfstoff Nuvaxovid des US-Herstellers Novavax genehmigt.

https://www.sat1.de/news/corona


Wie kann ich mich derzeit vor einer Ansteckung durch Corona schützen?

Am sichersten schützt man sich gegen Corona, indem man sich impfen lässt. Und erst durch die dritte Booster-Impfung ist man auch gegen die hochansteckende Omikron-Variante des Virus bestmöglich geschützt. Aber auch eine Impfung bedeutet keinen 100 prozentigen Schutz. Deshalb gelten weiterhin für alle die AHA-Regeln. Experten empfehlen zum Schutz vor dem Corona-Virus, wie auch vor anderen Viren, konsequente Hygienemaßnahmen: regelmäßiges Händewaschen, die Desinfektion von Händen und Abstand zu Erkrankten, aber auch bei allen anderen Begegnungen mit Fremden gilt ein Mindestabstand von 1,5 Metern. Entgegen anfänglicher Einschätzungen der Experten sind außerdem Atemmasken für Mund und Nase unerlässlich. Mittlerweile ist für den Besuch von Geschäften und öffentlichen Einrichtungen außerdem das Tragen einer medizinischen Maske oder einer FFP2-Maske Pflicht. Zudem hilft es, Kontakte wie Umarmungen und Händeschütteln zu unterlassen und von vielen Menschen berührte Oberflächen wie Türklinken, Haltegriffe und Aufzugknöpfe nicht anzufassen. 

Beim Aufenthalt in öffentlichen Räumen sollte man das Berühren der Nasenschleimhäute und das Reiben der Augen vermeiden, sagte der Greifswalder Hygienefacharzt Günter Kampf. "Das Virus will in die Atemwege." Zu Hause angekommen sollte man als erstes unbedingt die Hände gründlich waschen. Zudem raten Experten dazu, Veranstaltungen mit vielen Menschen möglichst zu meiden. 


Was tue ich, wenn ich fürchte, mich mit Corona angesteckt zu haben?

Auf keinen Fall direkt in eine Praxis oder Notaufnahme gehen. Wer Symptome hat und – etwa wegen des Kontakts zu einem nachweislich Infizierten – befürchtet, an Covid-19 erkrankt zu sein, soll sich zunächst telefonisch bei seinem Hausarzt oder dem Gesundheitsamt melden.

 

Wenn man nun wirklich daran erkrankt sein sollte, dann müsse man das Virus ja nicht unbedingt in ein voll besetztes Wartezimmer mit möglicherweise ohnehin schon immungeschwächten Menschen hineintragen, erklärt der Sprecher des Deutschen Hausärzteverbands, Christian Schmuck. Möglich ist es auch, die bundesweite Service-Telefonnummer 116 117 zu wählen.