Ratgeber

Die Glyx-Diät

Abnehmen mit dem glykämischen Index

Immer mehr Abnehmwillige schwören auf die Glyx-Diät. Doch was steckt eigentlich hinter der Bezeichnung, mit der Sie bei jedem Scrabble-Spiel ordentlich punkten würden? Und vor allem: Lohnt es sich, Erfahrungen damit zu sammeln? Der SAT.1 Ratgeber hilft weiter.

Was ist die Glyx-Diät?

Der Name Glyx-Diät ist abgeleitet vom sogenannten glykämischen Index, kurz GI. Dieser ist eine Maßeinheit, nach der bestimmt wird, wie stark der Blutzucker nach dem Verzehr eines bestimmten zuckerhaltigen Nahrungsmittels ansteigt. Je höher der Wert ist, desto mehr steigt der Blutzuckerspiegel an. Kohlenhydratreiche Lebensmittel, die zu einem schnellen Blutzuckeranstieg führen, besitzen aber nicht immer auch einen hohen glykämischen Index. Fällt der Blutzuckerspiegel nämlich nach dem schnellen hohen Anstieg gleich wieder ab, kann der Index trotz des kurzzeitig hohen Blutzuckerspiegels gering sein. Es komplizierter also etwas komplizierter als die Einteilung von Low-Carb-Lebensmitteln.

Das angebliche Glücks-Prinzip

Ursprünglich wurde der glykämische Index von Ärzten eingeführt, um den Blutzuckerhaushalt bei Diabetikern besser kontrollieren zu können. Erfahrungen haben jedoch gezeigt, dass Abnehmwillige mithilfe einer Glyx-Diät auch Gewicht verlieren können. Wie das funktionieren soll? Ganz einfach: Lebensmittel mit einem hohen GI lassen den Blutzucker ansteigen, sodass mehr Insulin ausgeschüttet wird. Dieses speichert nicht nur Fett, sondern sorgt auch für Heißhunger. Das bedeutet im Umkehrschluss: Ein niedriger glykämischer Index kann fürs Abnehmen förderlich sein - so jedenfalls die Theorie.

Die Glyx-Tabelle

Blutzucker steigt am schnellsten durch reinen Traubenzucker, daher wird dieser in Glyx-Tabellen als Maßstab genommen - ihm wird der höchste Wert von 100 zugewiesen. Einen hohen GI haben Lebensmittel mit einem Wert zwischen 71 bis 100. Darunter fallen beispielsweise zuckerhaltiger Kuchen, gebackene Kartoffeln oder Weißbrot, die Sie deshalb bei einer Glyx-Diät meiden sollen. Von einem mittleren GI spricht man bei einem Wert von 70 bis 51, so viel wie zum Beispiel Nudeln oder Couscous haben.

Obst und Gemüse weisen hingegen einen niedrigen GI auf. Bei ihnen liegt der Wert unter 50. Demzufolge könnte Ihre Glyx-Diät folgendermaßen aussehen: Apfel, ungesüßter Naturjoghurt und belegtes Schwarzbrot zum Frühstück, Nudeln mit Pasta-Soße zum Mittag und eine kohlenhydratarme Suppe am Abend. Klingt nach einer einfachen Abnehmmethode, leider jedoch nur in der Theorie.

Glyx-Diät: Erfahrungen und Kritik

Zwar findet man im Netz zahlreiche Berichte, in der von Erfahrungen mit der Glyx-Diät geschwärmt wird, unumstritten ist sie jedoch nicht. Nach Angaben der "Deutschen Gesellschaft für Ernährung" können Lebensmittel nicht nur isoliert betrachtet werden. So haben Kartoffeln einen hohen GI, werden sie jedoch in Fett gebraten, haben sie laut der Glyx-Tabelle einen niedrigeren Wert, obwohl gerade Pommes Frites ordentlich auf die Hüften schlagen.

Da der Blutzucker nicht nur von einem glykämischen Index, sondern auch von anderen Faktoren, wie dem Flüssigkeitsgehalt in Lebensmitteln, beeinflusst wird, seien angebliche Erfolge mit der Glyx-Diät nur eine Illusion. Generell rät die "Deutsche Gesellschaft für Ernährung" auch davon ab, nur aufgrund hoher GI-Werte auf nahrhafte Lebensmittel wie Kartoffeln oder Reis zu verzichten. Daher sollten Sie lieber auf das alte Patentrezept schwören, um die Pfunde purzeln zu lassen: eine ausgewogene Ernährung, wenig Kalorien und vor allem regelmäßiger Sport.

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