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Panik: Eine Frage des Geschlechts?

Eine Auswertung der Daten von 48 Studien zu Angststörungen brachte ein überraschendes Ergebnis zutage: Frauen leiden doppelt so häufig unter Angststörungen wie Männer. Woran das genau liegt, konnte noch nicht abschließend geklärt werden. Olivia Remes von der „University of Cambridge“, die Hauptautorin der Studie, vermutet jedoch, dass Unterschiede in der Chemie männlicher und weiblicher Hirne dafür verantwortlich sein können. Hinzu kommt allerdings, dass Männer bei psychischen Problemen seltener professionelle Hilfe in Anspruch nehmen als Frauen und deswegen in den Statistiken seltener erfasst werden.

Unter Jüngeren verbreiteter

Außerdem brachte die Studie, die kürzlich in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „Brain and Behavior“ veröffentlicht wurde, zutage, dass besonders Menschen unter 35 Jahren unter Angststörungen leiden. Circa zehn Prozent dieser Altersgruppe sind betroffen. Dabei haben vor allem Schwangere oder junge Mütter mit der psychischen Störung zu kämpfen. Remes sieht einen Zusammenhang zwischen der traditionellen Mutterrolle von Frauen und der Häufung von Angststörungen. Auch könne die Hormonumstellung während und nach der Schwangerschaft eine Rolle spielen.

Europäer sind anfälliger

Doch auch regionale Faktoren spielen eine Rolle für das Auftreten von Angststörungen. So werden offensichtlich Menschen in Westeuropa und Nordamerika häufiger von Angstattacken geplagt als Bewohner anderer Länder. Hintergrund dieses Ergebnisses könnte jedoch der unterschiedliche Umgang mit Angst in den Kulturen sein. In Asien, wo vergleichsweise wenig Fälle dokumentiert sind, gilt Angst häufig als anstößig. Viele Betroffene suchen deswegen womöglich keine Hilfe, die Dunkelziffer liegt dort wahrscheinlich höher. Nicht nur deswegen ist es wichtig, dass diese psychische Erkrankung stärker in den Fokus rückt. Die Studie schätzt, dass weltweit vier Prozent der Bevölkerung betroffen sind.
Angeber-Fact: Angststörungen können wirksam behandelt werden. Eine Gesprächstherapie, Yoga, Sport und Meditation haben eine positive Wirkung auf die Störung. Auch Medikamente können zur Behandlung hinzugezogen werden. Betroffene sollten in jedem Fall einen Arzt aufsuchen.