Ukraine-Krieg
Angriff nahe EU-Gebäude in Kiew: Selenskyj sieht Schlag Russlands gegen Trump
- Veröffentlicht: 29.08.2025
- 10:20 Uhr
- Emre Bölükbasi
Noch sind in Kiew nicht alle Opfer eines russischen Luftangriffs gefunden, die Zahl der Toten steigt. Präsident Selenskyj richtet ernste Worte auch an einen Verbündeten Moskaus.
Nach dem schweren russischen Luftangriff mit mehr als 20 Toten in Kiew hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Moskau jeglichen Friedenswillen abgesprochen. "Dieser Schlag zeigt ganz klar, dass sich die Ziele Russlands nicht geändert haben", sagte Selenskyj in seiner Videobotschaft am Donnerstagabend (28. August) in Kiew.
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"Russland greift derzeit alle Menschen auf der Welt an, die sich nach Frieden sehnen. Dies ist ein Schlag gegen die Ukraine. Dies ist ein Schlag gegen Europa", sagte der ukrainische Staatschef. "Dies ist auch ein Schlag Russlands gegen Präsident Trump und andere globale Akteure."
Moskau mache mit solchen Angriffen auch befreundete Länder wie China oder Indien zu Komplizen. Selenskyj kritisierte vor allem die Führung in Peking, die trotz vieler Erklärungen nichts für ein Ende des Kriegs tue. "Leider lässt China Russland Krieg führen – so sieht es aus", sagte er.
Mindestens 21 Tote bei Angriffen auf Kiew
Nach dem Luftangriff in der Nacht auf Donnerstag, einem der schwersten in dreieinhalb Jahren Krieg, wurden in Kiew bis zum Abend 21 Tote gezählt. Der militärische Verwaltungschef der Hauptstadt, Tymur Tkatschenko sagte, dass in den Trümmern eines Wohnhauses vermutlich noch mehr Menschen verschüttet seien. Auch die EU-Vertretung in Kiew und das britische Kulturinstitut wurden beschädigt.
Brüssel reagiert empört auf Raketeneinschlag an EU-Vertretung
Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat nach den Angriffen eine schnelle Vorlage von neuen Sanktionsvorschlägen gegen Russland angekündigt. "Wir werden in Kürze unser 19. Paket mit harten Sanktionen vorlegen", sagte von der Leyen in Brüssel. Außerdem treibe die Kommission die Arbeiten voran, eingefrorene russische Vermögenswerte noch besser für die Ukraine zu nutzen.
Zu den Ereignissen in der Nacht auf Donnerstag in Kiew sagte von der Leyen, zwei Raketen hätten innerhalb von 20 Sekunden in einer Entfernung von 50 Metern von der EU-Vertretung in Kiew eingeschlagen. "Es zeigt, dass der Kreml vor nichts zurückschreckt, um die Ukraine zu terrorisieren, indem er blindlings Zivilisten, Männer, Frauen und Kinder tötet und sogar die Europäische Union ins Visier nimmt", sagte sie. Insgesamt sei es der tödlichste Drohnen- und Raketenangriff auf die Hauptstadt seit Juli gewesen, so von der Leyen. Von den Mitarbeitenden der EU-Vertretung sei bei dem Angriff niemand verletzt worden.
Arbeiten an einem 19. Paket mit Russland-Sanktionen waren bereits vor einigen Wochen angekündigt worden. Nach Angaben von Diplomat:innen könnte der jüngste russische Angriff nun aber dazu führen, dass sie verstärkt werden und dass das Sanktionspaket stärker ausfällt.
Von der Leyen kündigte außerdem ab dem folgenden Tag eine Reise in die sieben Mitgliedstaaten Lettland, Finnland, Estland, Polen, Litauen, Bulgarien und Rumänien an, um Herausforderungen im Zusammenhang mit den Außengrenzen zu Russland und Belarus zu besprechen.
- Verwendete Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa