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Umfrage offenbart große Sorgen

Cannabis-Legalisierung: Eltern haben Angst um ihren Nachwuchs

  • Aktualisiert: 06.02.2024
  • 09:14 Uhr
  • Christina Strobl
Ab dem 1. April ist es in Deutschland für Erwachsene legal, Cannabis zu konsumieren.
Ab dem 1. April ist es in Deutschland für Erwachsene legal, Cannabis zu konsumieren.© Fabian Sommer/dpa

Ab April ist es in Deutschland legal, Cannabis zu konsumieren. Vor allem Eltern fürchten, dass dies gesundheitliche Folgen für ihre Kinder haben könnte.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Umfrage im Auftrag der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) ergab, dass sich Eltern von Unter-18-Jährigen aufgrund der baldigen Cannabis-Legalisierung Sorgen machen.

  • Fast drei Viertel der befragten Eltern zeigten sich besorgt über mögliche Hirnschäden bei ihren Kindern, sowie aufgrund der Verharmlosung von Drogenkonsum.

  • Ab dem 1. April ist es in Deutschland möglich, eine bestimmte Menge an Cannabis zu erwerben oder einige Pflanzen selbst anzubauen.

In Ländern wie Kanada, Uruguay und einigen US-Bundesstaaten ist es bereits legalisiert worden. Ab dem 1. April wird es nun auch in Deutschland legal, Cannabis zu konsumieren. 

Im Video: "Verfehlt Kernziel": SPD-Innenexperten kritisieren geplantes Cannabis-Gesetz

Legalisierung von Cannabis: Eltern befürchten gesundheitliche Schäden

Für viele ist es ein Schritt zu Individualität und Freiheit, für andere ein Grund zur Sorge: Eine Umfrage der Kaufmännischen Krankenkasse ergab, dass viele Eltern befürchten, die anstehende Legalisierung von Cannabis würde negative Auswirkungen auf ihren Nachwuchs haben.

Demnach gaben 63 Prozent der befragten Elternteile mit Kindern unter 18 Jahren an, sie wären besorgt, dass die Hemmschwelle für Minderjährige sinkt, wenn Kiffen für Erwachsene legal wird. 73 Prozent der Befragten befürchten mögliche Hirnschäden und 70 Prozent machen psychische Auffälligkeiten wie Stimmungsschwankungen oder Angstzustände Sorgen.

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Hirnforscher: Cannabis erst ab 25 Jahren zulassen

Für diese Sorgen hat der Hirnforscher Martin Korte die Lösung: Er rät, den Erwerb von Cannabis frühestens ab 25 Jahren zuzulassen, da die Entwicklung des Frontalhirns erst mit Mitte 20 abgeschlossen sei. 

Der Wissenschaftler ergänzt, dass sich Cannabinoide besonders auf den Stirnlappen auswirken, einen wichtigen Teil des Frontalhirns. Wenn Jugendliche regelmäßig kifften, riskierten sie eine verminderte Fähigkeit, Handlungen zu planen, Probleme zu lösen und Impulse zu kontrollieren. Außerdem könne die geistige Leistungsfähigkeit der Jugendlichen generell nachlassen und Halluzinationen und psychotische Symptome könnten ausgelöst werden.

Erst wird der Konsum legal, dann "Cannabis-Clubs"

Ab dem 1. April dieses Jahres ist es in Deutschland legal, bestimmte Mengen Cannabis zu besitzen. Zudem darf man einige Pflanzen anbauen.

Ab dem 1. Juli können dann Vereine oder Clubs gegründet werden, wo man gemeinsam Cannabis-Pflanzen anbauen kann. Voraussetzung dafür ist lediglich, dass man erwachsen ist, also das 18. Lebensjahr vollendet hat. 

Im Video: Nutzhanf: So vielseitig einsetzbar ist Cannabis

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"Light-Version" der Cannabis-Entkriminalisierung

Wie die "Augsburger Allgemeine" berichtete, stellte das Bundeskabinett einen Zwei-Säulen-Plan hinsichtlich der Legalisierung von Cannabis vor. Demnach sollen verschiedenen Unternehmen ab April Genuss-Cannabis herstellen und in entsprechenden Fachgeschäften verkaufen dürfen.

Dies gelte allerdings nur für Modellregionen. Wer nicht in einer solchen lebt, muss Mitglied in einem nicht-kommerziellen Verein sein, was ab Juli möglich gemacht werden soll. Dieser kann dann Cannabisblüten und -harz herausgeben.

Generell soll es sich also um eine Art "Light-Version" der Cannabis-Entkriminalisierung handeln. Aufgrund von möglichen Bedenken im Hinblick auf das EU-Recht habe sich die Bundesregierung für Abweichungen von dem im Herbst 2022 vorgestellten ursprünglichen Entwurf entschlossen. Was hier erst kommt, ist in Amsterdam seit Langem erlaubt. Doch im Cannabis-Paradies gibt es seit Ende Mai 2023 Einschränkungen beim öffentlichen Kiffen.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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