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"Es droht ein Horror-Start"

In welchen Branchen 2024 neue Streiks zu erwarten sind

  • Aktualisiert: 09.01.2024
  • 16:44 Uhr
  • Momir Takac

Bahn, Einzelhandel, Bauern: Im neuen Jahr drohen gleich zu Beginn neue Warnstreiks. Nicht selten sind Verbraucher:innen direkt betroffen.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Für 2024 hat die GDL bereits Streiks bei der Bahn angekündigt.

  • Doch auch in anderen Bereichen dürfte es Arbeitskämpfe geben.

  • Wir geben einen Überblick, worauf sich Verbraucher:innen im neuen Jahr einstellen müssen.

Die Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) hatte noch im alten Jahr neue Warnstreiks bei der Bahn angekündigt. Kurz vor Weihnachten stimmten Gewerkschaftsmitglieder in einer Urabstimmung für unbefristete Streiks. Nach der selbstauferlegten Friedenspflicht über die Feiertage könnten ab 8. Januar 2024 Züge wieder still stehen – sogar über mehrere Tage, wie GDL-Chef Claus Weselsky warnte.

Für Pendler:innen, die auf S-Bahn, Regionalbahn oder sogar Fernzüge angewiesen sind, ist es angesichts der Hartnäckigkeit und Entschlossenheit der Lokführer:innen nur eine Frage der Zeit, bis sie ihren Weg zur Arbeit wieder neu planen müssen. Verhindern kann dies einzig die Deutsche Bahn, wenn sie sich dazu bereiterklärt, über den größten Knackpunkt der Tarifverhandlungen zu sprechen: eine 35-Stunden-Woche statt einer 38-Stunden-Woche.

Auch 2024 drohen Streiks – vor allem bei der Bahn

Auch im Einzelhandel ist die Situation verfahren. Gespräche zwischen der Gewerkschaft Verdi und den Arbeitgeberverbänden konnten zum Jahresende nicht positiv beendet werden. Einen neuen Verhandlungstermin gibt es noch nicht. Daher müssen sich Menschen nach Streiks im Weihnachtsgeschäft auf neue Aktionen gefasst machen. Verdi will gleich im Januar zu Streiks aufrufen, berichtete "BR24".

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Dazu stehen 2024 in weiteren Branchen Tarifrunden an, etwa in der Metall- und Elektroindustrie. Rund 3,6 Millionen Beschäftigte brauchen im Herbst neue Verträge. Dazu wird innerhalb der IG Metall offenbar auch eine Vier-Tage-Woche für die Stahlindustrie diskutiert. Bei den Arbeitgebern hatten derartige Überlegungen bereits große Skepsis hervorgerufen.

Bauernverband plant Aktionswoche wegen Streichung von Agrar-Subventionen

Zu einer Aktionswoche ab dem 8. Januar, die am 15. Januar mit einer Großdemonstration enden soll, rief der Deutsche Bauernverband auf. "Die Steuererhöhungspläne der Bundesregierung müssen zurückgenommen werden, forderte Verbandspräsident Joachim Rukwied auf der Plattform X. Im Dezember hatten wütende Landwirt:innen bereits in Berlin mit einer großen Traktor-Demo ihren Unmut geäußert. Der Protest richtete sich gegen Pläne der Ampel-Koalition, Agrar-Subventionen zu streichen.

Den Aktionen will sich auch die Transportbranche anschließen, die unter anderem wegen der kürzlich erhöhten Lkw-Maut verärgert ist. "Es ist fünf nach zwölf. Klar ist: Die Bauern und die Transportbranche halten Deutschland am Laufen. Keine Landwirte und keine Lkw bedeuten keine Versorgung", sagte der Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung, Dirk Engelhardt, der "Bild". "Es droht ein Horror-Start ins neue Jahr", sagte Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Sven Schulze dem Blatt.

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Tarifverhandlungen in Baugewerbe und Druckindustrie

Nicht ausgeschlossen sind Streiks im Baugewerbe und in der Druckindustrie. In diesen Branchen, in denen laut dem Tarifarchiv der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung rund zwölf Millionen Menschen in einer Gewerkschaft des Deutschen Gewerkschaftsbundes organisiert sind, stehen ab Februar Tarifverhandlungen an.

Im Video: Deutschland steht vor einem massiven Streikdilemma im Januar

Angesichts der andauernden Flaute in den Branchen dürften Gespräche schwierig werden. Die Arbeitgeber belasten Konjunkturkrise und Fachkräftemangel, die Angestellten vor allem die Inflation. Auf die steigenden Preise, die sich im Portemonnaie der Mitarbeiter bemerkbar machen, dürften die Gewerkschaften in den Verhandlungen ihren Fokus legen.

  • Verwendete Quellen:
  • Bild-Zeitung: Uns droht ein Super-Streik im Januar
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