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Klima-Abkühler?

Neue Studie zu Supervulkanen überrascht Wissenschaftler

  • Aktualisiert: 15.03.2024
  • 16:52 Uhr
  • Benedikt Rammer
Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass Supervulkane die Erde abkühlen können. Jetzt gibt es Zweifel an dieser Theorie.
Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass Supervulkane die Erde abkühlen können. Jetzt gibt es Zweifel an dieser Theorie.© REUTERS/

Eine neue Studie bringt überraschende Erkenntnisse über die Auswirkungen von Supervulkanen auf unser Klima. Forscher hinterfragen nun, ob diese Giganten der Natur wirklich zu einer starken Abkühlung der Erde führen.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Eine neue Studie stellt die Annahme infrage, dass Supervulkane zu einer starken Abkühlung des Erdklimas führen.

  • Der Ausbruch des Vulkans Toba könnte deshalb weniger klimatische Auswirkungen gehabt haben als bisher angenommen.

  • Supervulkan-Eruptionen sind extrem selten und ihre genauen Klimafolgen bleiben aufgrund von Wissenslücken umstritten.

Eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung, über die die "Westdeutschen Allgemeine Zeitung" berichtete, wirft neues Licht auf das, was wir über Supervulkane und ihre Auswirkungen auf das Erdklima zu wissen glaubten. Bisher nahm man an, dass riesige Vulkanausbrüche große Mengen an Schwefelgasen in die Stratosphäre schleudern und so eine Abkühlung des Klimas bewirken. Doch das Team um Zachary McGraw vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung zeigt in der im "Journal of Climate" veröffentlichten Studie, dass die Sache komplizierter ist.

Im Video: Supervulkan in Italien - Diese globalen Folgen könnte ein Ausbruch haben

Neue Erkenntnisse zur Klimaentwicklung

Die Forscher:innen haben herausgefunden, dass die Größe der vulkanischen Sulfat-Aerosole entscheidend ist. Sind die Partikel in der Stratosphäre größer, fallen sie schneller wieder herab und lassen mehr Sonnenlicht durch. Sind sie kleiner, bleiben sie länger in der Luft und blockieren das Sonnenlicht effektiver. Dies bedeutet, dass die Klimaeffekte nach einem Supervulkanausbruch sehr unterschiedlich sein können, je nachdem, wie die Partikel beschaffen sind.

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Supervulkan Toba: Ein Beispiel mit Zweifeln

Ein bekanntes Beispiel für die vermeintliche Abkühlungswirkung von Supervulkanen ist der Ausbruch des Toba vor etwa 74.000 Jahren. Es wurde angenommen, dass dieser die Menschheit beinahe ausgelöscht hätte. Die neuen Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass die Auswirkungen auf das Klima möglicherweise nicht so extrem waren, wie bisher vermutet. Die Wissenschaftler:innen weisen darauf hin, dass es eine Wissenslücke in Bezug auf die Größe des vulkanischen Sulfat-Aerosols gibt, was die Vorhersage der Klimaeffekte erschwert.

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In ihrer Studie simulierten die Forscher:innen verschiedene Supereruptionen mit unterschiedlicher Schwefelmasse und Aerosolgröße. Dabei kamen sie zu dem Schluss, dass Supereruptionen möglicherweise nicht in der Lage sind, die globalen Temperaturen wesentlich stärker zu verändern als die größten Eruptionen seit unserer Zeitrechnung. Eruptionen könnten zwar zu einer Abkühlung führen, doch schätzen die Forscher:innen diese auf höchstens 1,5 Grad. In Extremszenarien könnte sogar ein gegenteiliger Effekt eintreten und es käme zu einer Erwärmung. Das Fehlen archäologischer Belege für eine erhöhte Sterblichkeit nach dem Toba-Ausbruch könnte durch diese neuen Erkenntnisse erklärt werden.

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Was wir über Supervulkane wissen

Ein Supervulkan ist ein Vulkan, der bei einer Eruption ungewöhnlich große Mengen an Material freisetzt und einen Krater, die sogenannte Caldera, bildet. Supervulkan-Eruptionen sind sehr selten und treten durchschnittlich nur alle 100.000 Jahre auf. Es gibt keine einheitliche Definition für Supervulkane, aber Eruptionen mit einem Vulkanexplosivitätsindex (VEI) von 7 oder höher werden in der Regel als Supervulkan-Eruptionen angesehen.

  • Verwendete Quellen:
  • "WAZ": Neue Studie zu Supervulkanen überrascht Forscher
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