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Ehemaliger Hurrikan Erin wütet

Unwetter haben beliebte Urlaubsregionen in Norditalien fest im Griff

  • Veröffentlicht: 29.08.2025
  • 14:02 Uhr
  • Claudia Scheele
Schwere Unwetter sind über Norditalien gezogen.
Schwere Unwetter sind über Norditalien gezogen.© vifogra/dpa

Norditalien wird von schweren Unwettern heimgesucht. Überschwemmungen, Sturmschäden und Evakuierungen prägen die Lage in beliebten Urlaubsregionen. Besonders betroffen sind deutsche Urlauber:innen – auch am Comer See sorgt ein tragisches Unglück für Dramatik.

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Inhalt

Schwere Unwetter haben in den letzten Tagen Norditalien heimgesucht und große Verwüstungen angerichtet. Beliebte Urlaubsregionen wie die Lombardei, Venetien, der Gardasee und die Adria-Küste stehen im Ausnahmezustand. Neben massiven Überschwemmungen und Sturmschäden erschwert die Wetterlage auch die Suche nach einem vermissten deutschen Familienvater am Comer See.

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Feuerwehr im Dauereinsatz

Seit Beginn der Unwetter meldet die italienische Feuerwehr über 1300 Einsätze in den Regionen Ligurien, Lombardei, Piemont, Venetien und der Toskana. Besonders schwer getroffen wurde die Region Venetien. Laut dem Landesfeuerwehrverband Südtirol mussten Einsatzkräfte am Donnerstagabend zahlreiche Keller, Wohnungen und Garagen von Wasser befreien sowie kleinere Erdrutsche beseitigen.

Meteorolog:innen berichten von außergewöhnlichen Regenmengen: Innerhalb eines Tages fielen in manchen Gebieten bis zu 200 Millimeter Regen – so viel wie sonst in drei Sommerwochen.

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Zerstörung in Urlaubsregionen

Am Comer See, im Varesotto und entlang der Voralpen richteten sintflutartige Regenfälle und Sturmböen erhebliche Schäden an. In der Provinz Pavia wurde das Dach eines Hauses abgerissen, das auf mehrere Autos stürzte. Auch der Flughafen Malpensa in Mailand wurde nicht verschont: Wassermassen drangen durch die Decke des Terminal 1 ein, wodurch Teile des Gebäudes abgesperrt werden mussten.

In der Region Piemont fiel in tausenden Haushalten der Strom aus, während Murenabgänge in Baveno und Stresa am Lago Maggiore 25 Menschen zwangen, ihre Häuser zu verlassen. Die Stelvio-Straße und wichtige Verkehrsverbindungen am Gardasee mussten gesperrt werden. Am Gardasee wurde ein Wohnhaus in Riva del Garda von einem Blitzeinschlag getroffen, der einen Brand auslöste und ein Gasleck verursachte. Neun Familien mussten evakuiert werden.

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Adria-Küste im Ausnahmezustand

Auch die Adria-Küste blieb nicht verschont: In Rimini beschädigten Windgeschwindigkeiten von über 100 km/h Strandbäder, Campingplätze und Autos. Liegen und Sonnenschirme wurden durch die Luft gewirbelt. Zahlreiche Unterführungen wurden überschwemmt, und der Zugverkehr kam wegen umgestürzter Bäume zum Erliegen. Trotz des Chaos gab es keine Berichte über Schwerverletzte.

Deutscher Familienvater am Comer See vermisst

Ein tragisches Unglück überschattet die Unwetterlage am Comer See: Einsatzkräfte suchen weiterhin nach einem 55-jährigen deutschen Familienvater, der bei Dorio ins Wasser sprang, um seine Kinder zu retten. Während die Kinder gerettet wurden, wird der Mann seit Montag vermisst. Für die Suche kommt ein ferngesteuerter Unterwasserroboter zum Einsatz. Die Suche wird jedoch durch die angekündigten Unwetter erschwert.

Der Comer See, einer der tiefsten Seen Europas mit über 400 Metern Tiefe, ist bekannt für seine starken Strömungen und plötzlichen Wetterumschwünge. Bereits 2024 ereignete sich dort ein ähnlicher Fall, bei dem ein deutscher Vater beim Rettungsversuch seines Sohnes ums Leben kam.

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Hintergrund des Extremwetters

Auslöser der Unwetter ist der ehemalige Hurrikan Erin, der sich zu einem außertropischen Zyklon entwickelt hat. Das Wetterphänomen bringt nicht nur extreme Regenfälle mit sich, sondern auch Hagelkörner von bis zu sechs Zentimetern Durchmesser. Regionen wie Venetien, die Lombardei und die Toskana sind besonders betroffen – hier gilt weiterhin die Warnstufe Orange.

Die italienische Zivilschutzbehörde warnt vor weiteren Unwettern am Freitag. Besonders angespannt bleibt die Lage in der Lombardei, der Toskana sowie Teilen von Latium und Molise. Urlauber:innen werden gebeten, Parks, Strände und gefährdete Gebiete zu meiden.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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