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Künstliche erzeugt?

Unwetter in Dubai: Meterologe warnt vor zukünftigen Wetter-Kriegen

  • Aktualisiert: 19.04.2024
  • 12:19 Uhr
  • Stefan Kendzia
Beispiellose Regenfälle in Dubai - könnte es sich um künstlich hergestellte Unwetter gehandelt haben?
Beispiellose Regenfälle in Dubai - könnte es sich um künstlich hergestellte Unwetter gehandelt haben?© AP

Dubai versinkt im Wasser. Vermutungen werden laut, der Regen könnte künstlich hergestellt worden sein. Mit politisch durchaus dramatischen Folgen.

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Inhalt

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben soeben eine historische Wetterlage erlebt: Seit 75 Jahren gab es keine vergleichbar heftigen Niederschläge mehr. Auch die Glitzermetropole Dubai war extrem betroffen. Die gesamte Stadt versank im Chaos, Flüge wurden gestrichen - in Abu Dhabi gab es für Schulen, Regierungseinrichtungen und Unternehmen die Aufforderung, von zu Hause aus zu lernen und zu arbeiten.

Im Video: Schwerste Regenfälle seit 75 Jahren in den Vereinigten Arabischen Emiraten

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Ist der Himmel über Dubai geimpft worden?

Mit dem sintflutartigen Regen kommen auch die Vermutungen: Das Unwetter könnte laut "Newsweek" auch durch Wolkenimpfung verursacht worden sein, bei der Flugzeuge Chemikalien in die Wolken injizierten, damit der ersehnte Regen kommt. Die Praxis wurde in den 1940er Jahren eingeführt und soll heute nur noch in Gebieten mit geringen Niederschlägen wie den Vereinigten Arabischen Emiraten angewendet werden.

Ob das nun der Grund für die Wassermassen war oder nicht, ist in diesem Fall nebensächlich. Viel interessanter ist die Warnung von einem Meteorologen, dass künstlich erzeugter Regen dramatische Folgen haben könnte.

Derartige Regenmassen wären mit "Cloud Seeding" nicht möglich gewesen

Ein Faktencheck von "ZDFheute", geht der Frage nach, ob es in Dubai eine Wettermanipulation durch "Cloud Seeding" gegeben haben könnte. In der Tat soll es kurz vor den Regenfällen Flüge für "Wolkenaussaat" gegeben haben. Dass allerdings derartige Wassermassen hätten produziert werden können, sei schlicht unmöglich.

An einem trockenen Tag oder wenn wenig Wasserdampf in der Luft ist, könne Cloud Seeding keine Regenwolke erzeugen. Ob die Methode überhaupt funktioniert, sei schwer zu beweisen. Erst recht sei das Verfahren nicht in der Lage, die gigantischen Mengen an Regen zu erzeugen, die auf Dubai niedergegangen sind. Die Ursache für den Starkregen soll also auf die globale Klimaveränderung zurückzuführen sein.

Im Video: Experten erklären "Cloud Seeding" und ordnen die Regenmassen in Dubai ein

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"Cloud Seeding" könnte zu diplomatischen Konsequenzen führen

Johan Jaques, leitender Meteorologe beim Umwelttechnologieunternehmen Kisters, glaubt, dass künstlich hergestellter Regen durchaus politische Folgen haben könnte. Denn: "Eingriffe in das Wetter werfen auch alle möglichen ethischen Fragen auf, da eine Änderung des Wetters in einem Land zu vielleicht unbeabsichtigten, aber katastrophalen Auswirkungen in einem anderen Land führen könnte", so der Experte. Denn das Wetter kenne keine absichtlichen Grenzen. "Wenn wir nicht aufpassen, könnte der uneingeschränkte Einsatz dieser Technologie zu diplomatischen Instabilitäten führen und die Nachbarländer in regelrechte 'Wetterkriege' verwickeln."

:newstime
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Das Hochwasser in Dubai ist eine Warnung

Generell verfolge man mit künstlichem Regen gute Absichten: "Wolkenaussaat zielt darauf ab, den Niederschlagsprozess zu verstärken und zu beschleunigen. Besonders in Gebieten, in denen über einen langen Zeitraum kein Regen gefallen ist", so Jaques weiter.

Allerdings könnten solche Niederschläge auch zu "übermäßigen Infiltrationen führen, was zu möglichen Sturzfluten führen kann", erklärt der Experte. "Die Überschwemmungen in Dubai sind eine deutliche Warnung vor den unbeabsichtigten Folgen, die wir auslösen können, wenn wir solche Technologien nutzen, um das Wetter zu verändern."

  • Verwendete Quellen:
  • Kurznachrichtendienst X: "FirstWorldNews"
  • Newsweek: "Meteorologist Warns of 'Weather Wars' Between Countries"
  • ZDFheute: "Unwetter in Dubai war kein künstlicher Regen"
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