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Wirtschaftliche Verluste enorm

Wetterphänomen: "El Niño" verursacht Billionen Dollar Schaden

  • Veröffentlicht: 19.05.2023
  • 12:33 Uhr
  • Clarissa Yigit
Das Wetterphänomen "El Nino" sorgt für Dürren und Überschwemmungen.
Das Wetterphänomen "El Nino" sorgt für Dürren und Überschwemmungen.© Foto: Francis R. Malasig/EPA/dpa

Die direkten Schäden des Wetterphänomens "El Niño" sind meist verheerend. Nun haben zwei Wissenschaftler aus den USA die finanziellen Auswirkungen berechnet und kamen auf Billionen US-Dollar an wirtschaftlichen Verlusten.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Wissenschaftler des Dartmouth Colleges im US-Bundesstaat New Hampshire untersuchten den finanziellen Schaden von "El Niño".

  • Dabei kamen diese zu dem Ergebnis, dass das Wetterphänomen wirtschaftliche Kosten in Billionen US-Dollar weltweit verursache.

  • Bereits im Spätsommer 2023 werde mit dem nächsten "El Niño" gerechnet.

Die Furcht vor Überflutungen und Dürren durch das Wetterphänomen "El Niño" sorgen weltweit für Schrecken.

Christopher Callahan und Justin Mankin vom "Dartmouth College" in Hanover (US-Bundesstaat New Hampshire) haben daher für ihre veröffentlichte Untersuchung im Fachjournal "Science" nicht nur die direkten Verluste betrachtet, sondern auch den finanziellen Schaden unter die Lupe genommen. Dabei kamen die beiden Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass die wirtschaftlichen Kosten weltweit in die Billionen US-Dollar gehen.

Zudem haben die Forscher die Vorteile, die manchen Ländern durch "El Niño" entstehen als auch Vergünstigungen durch "La Niña" bei ihren Berechnungen mit einkalkuliert.

"Der Gesamtpreis für solche Ereignisse wurde noch nie vollständig beziffert", schreibt die Deutsche Presse-Agentur (dpa) und beruft sich dabei auf eine "Dartmouth-Mitteilung" von Callahan.

Im Video: "Müssen uns anschnallen": Forscher rechnen mit zerstörerischem Klimaphänomen im Sommer

Billionen US-Dollar Schaden

Die beiden Forscher untersuchten die Entwicklung des "Bruttoinlandsprodukt pro Kopf "für zahlreiche Länder in den Jahren 1960 bis 2019. Dabei verglichen Callahan und Mankin dies mit dem Auftreten von "El Niño" in den Jahren 1982/1983 sowie 1997/1998.

Somit habe für das Ereignis 1982/1983 der Verlust 4,1 Billionen US-Dollar (3,76 Billionen Euro) betragen. Für 1997/1998 seien es 5,7 Billionen US-Dollar (5,23 Billionen Euro) gewesen, so die dpa.

Hierbei seien vor allem tropische Länder betroffen, die ohnehin zu den Einkommensschwächeren zählen. "El Niño verstärkt die größeren Ungleichheiten im Zusammenhang mit dem Klimawandel und wirkt sich unverhältnismäßig stark auf diejenigen unter uns aus, die am wenigsten widerstandsfähig und vorbereitet sind ", erklärt Mankin.

Zudem verbanden die Forscher ihre Ergebnisse mit Klimamodellen, die den Klimawandel bis zum Ende des Jahrhunderts prognostizieren. Dabei kamen sie auf einen weltweiten wirtschaftlichen Verlust von 84 Billionen US-Dollar (77,1 Billionen Euro) – gerechnet für die Zeit von 2020 bis 2099.

"Wir müssen sowohl den Klimawandel abmildern als auch mehr in die Vorhersage von und Anpassung an 'El Niño' investieren, da diese Ereignisse die zukünftigen Kosten der globalen Erwärmung nur erhöhen werden", bekräftigt Mankin.

Bereits für den Spätsommer 2023 prognostizierte die Weltwetterorganisation (WMO) ein erneutes Auftreten von "El Niño "mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent.

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Was ist "El Niño"?

Der Name "El Niño" oder "das Christkind" stammte von peruanischen Fischern. Das Klimaphänomen tritt in unregelmäßigen Abständen alle paar Jahre im Pazifik auf. Dessen Auswirkungen werden dabei oft in der Vorweihnachtszeit bemerkt.

Dabei verursacht "El Niño" in Teilen Afrikas und Südamerikas mehr Überschwemmungen; in Südostasien und Ostaustralien nehmen Dürren und Waldbrände zu.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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