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Das können Betroffene tun  

Mobbing an Schulen: Aktuelle Studie zeigt, dass jedes 6 Kind betroffen ist

  • Aktualisiert: 27.02.2024
  • 15:30 Uhr
  • teleschau
Eine aktuelle Studie zeigt, wie häufig Kinder mit Mobbing zu kämpfen haben.
Eine aktuelle Studie zeigt, wie häufig Kinder mit Mobbing zu kämpfen haben.© Inside Creative House

Fast jedes sechste Schulkind erlebt im Alltag Mobbing. Das ist das erschreckende Ergebnis einer neuen Studie der Techniker Krankenkasse. Wie kann man Mobbing vorbeugen? Wie erkennt man, wer betroffen ist und wo gibt es Hilfe?

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Die Folgen von Mobbing

Das Thema Mobbing in der Schule wird leider immer präsenter. Fast jedes sechste Schulkind ist von Mobbing betroffen - und fast jedes zehnte gibt an, selbst schon einmal andere gemobbt zu haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Befragung im Auftrag der Techniker Krankenkasse, deren Ergebnis anlässlich des Safer Internet Day (6. Februar) veröffentlicht wurden. Das Thema ist brisant. Der TK-Vorstandsvorsitzende Jens Baas unterstrich, dass viele Betroffene noch Jahre später unter den Erfahrungen litten.

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Im Clip: Mobbing am Arbeitsplatz

So facettenreich ist Mobbing

"Wenn Betroffene über einen längeren Zeitraum und mindestens einmal in der Woche direkt oder indirekt angegriffen, sozial ausgegrenzt und fertiggemacht werden, spricht man von Mobbing", schreibt die Krankenkasse DAK-Gesundheit auf ihrem Portal Dak.de. Mobbing kann schleichend beginnen. Betroffene werden von Gesprächen und Projekten ausgeschlossen, Unterhaltungen verstummen, wenn sie den Raum betreten. Es wird hinter ihrem Rücken gelästert. Steigerungsformen: Es werden gezielt Gerüchte oder Lügen über den Gemobbten in Umlauf gebracht, es kommt zu öffentlichen Beleidigungen, Beschimpfungen und Anfeindungen, Drohungen, Erpressung. Es gibt Gewalt gegen Dinge, die dem Betroffenen gehören bis hin zur körperlichen oder gar sexualisierten Gewalt gegen den Betroffenen.

Verbal, nonverbal, direkt, indirekt, Cyber-Mobbing - die Ausformungen von Mobbing sind vielgestaltig. Meist mobbt nicht ein:e Einzelne:r, sondern eine Gruppe, wodurch das Ohnmachtsgefühl des Opfers verstärkt wird. Die Folgen aber sind gleich: Jugendliche Mobbingopfer schilderten in Foren und Interviews, dass sie sich stark gedemütigt fühlten, fasste die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) schon 2010 zusammen und zitierte ein befragtes Opfer: "Ich fürchtete mich beim Aufstehen vor dem Tag. Ich fürchtete mich vor dem nächsten Tag schon am späten Abend. Ich wünschte mir immer wieder, nicht mehr zu leben. Nicht mehr leben zu müssen." Für die Opfer wird das Alltagsleben zur täglichen "Hölle auf Erden".

Fakt sei auch, so die bpb: Wer Mobbing noch nicht "am eigenen Leib" erfahren habe, könne sich nur vage vorstellen, wie sich die betroffenen Schüler fühlen, was sie erleiden müssten.

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Mobbing an Schulen
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Diese Anlaufstellen helfen bei Mobbing

Mobbing an Schulen: SO findest du schnell Hilfestellung – kostenlos und anonym

Ausgrenzung, Sticheleien, Drohungen: Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden unter fiesem Mobbing. Kennst auch du jemanden, der davon betroffen ist – oder leidest du selbst darunter? An diesen Anlaufstellen findest du Hilfe.

  • 28.09.2023
  • 17:04 Uhr

Woran erkenne ich, ob mein Kind gemobbt wird?

Wird mein Kind gemobbt? Viele Eltern fragen es sich bang. Das Familienportal.NRW des Ministeriums für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen listet folgende Anzeichen auf:

  • Das Kind wirkt ängstlich und angespannt.
  • Das Kind möchte nicht allein oder häufig gar nicht zur Schule gehen.
  • Das Kind zieht sich zurück und trifft nur noch wenige oder gar keine Freunde mehr.
  • Das Kind klagt wiederholt über Kopf- oder Bauchschmerzen.
  • Das Kind ist appetitlos und hat Schlafschwierigkeiten.
  • Die Leistungen in der Schule fallen plötzlich stark ab.
  • Anzeichen könnten auch fehlende Schul- oder Turnsachen oder Beschädigungen an Heften, Kleidern oder am Fahrrad sein.
  • Benötigt Ihr Kind mehrmals Geld oder reicht das Taschengeld plötzlich nicht mehr aus, könnte es von anderen bedroht oder erpresst werden.
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Wie kann man Mobbing vorbeugen?

Vorbeugende Angebote könnten nachweislich gegen Mobbing helfen, betonte Jens Baas von der TK. Die Krankenkasse bietet das Programm "Gemeinsam Klasse sein" in Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle Gewaltprävention der Behörde für Schule und Berufsbildung Hamburg an. Die Kollegen der Barmer Ersatzkasse unterstützen das von Kinderkanal-Moderator Tom Lehel gegründete Anti-Mobbing-Präventionsprogramm für Grundschulen in Deutschland "Wir wollen mobbingfrei". Weitere Anti-Mobbing-Projekte sind leicht im Internet zu finden.

Wichtig sei aber, dass Prävention schon im Zuhause der Kinder entstehe, meint das Familienportal.NRW: Der beste Schutz vor Mobbing sei ein gesundes Selbstwertgefühl. Wenn sich ein Kind schnell eingeschüchtert zeige, motiviere das die Tatperson(en), das gemeine Spiel weiterzutreiben. Reagiere ein Kind jedoch selbstsicher und lasse die Beleidigungen an sich abprallen, verlören die Mobbenden womöglich schon bald "den Spaß" daran. Wichtig sei es daher, dass Eltern ihrem Kind ein gesundes Selbstwertgefühl mit auf den Weg gäben. Das mache es dem Kind möglich, persönliche Angriffe selbstbewusst abzuwehren. Bestehe daheim eine vertrauensvolle Beziehung, falle es dem Kind zudem leichter, sich anzuvertrauen, wenn in der Schule, im Verein oder im Freundeskreis etwas schieflaufe.

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Was tun, wenn das eigene Kind gemobbt wird?

Wichtig sei, so das Familienportal.NRW weiter, dass Eltern bei einem begründeten Mobbingverdacht "zügig und wohlüberlegt" eingriffen. Mobbing könne ernsthafte psychische Langzeitfolgen haben, weshalb man sich auch nicht scheuen solle, professionelle Hilfe für das Kind zu suchen, wenn es Opfer von Mobbing geworden sei.

Auch hier gibt es eine Liste von Verhaltensmaßnahmen für Eltern:

  • Ermutigen Sie Ihr Kind, mit Ihnen über die Vorfälle zu reden.
  • Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie es ernst nehmen und hinter ihm stehen.
  • Erklären Sie Ihrem Kind, dass es selbst nicht schuld ist an dem Geschehen, sondern die Täterinnen und Täter Fehler machen.
  • Informieren Sie Lehrkräfte und die Schulleitung, die Betreuungskräfte oder die Trainer im Verein. Lehrkräfte sind in der Pflicht, einzugreifen und das Mobbing mit geeigneten Maßnahmen zu unterbinden. Das Gleiche gilt für Betreuungskräfte oder Trainerinnen und Trainer. Auch der Schulpsychologische Dienst ist eine gute Adresse.
  • In schwerwiegenden Fällen sollten Sie sich an die Polizei wenden.
  • Stärken Sie Ihr Kind durch sportliche Aktivitäten und Hobbys, die Selbstbewusstsein vermitteln.
  • Nehmen Sie gegebenenfalls Kontakt mit einer Beratungsstelle auf, um Hilfe und Unterstützung zu suchen.

Wo gibt es Hilfe?

Der Suchbegriff "Hilfe bei Mobbing in der Schule" ergibt bei Google aktuell über 3,7 Millionen Treffer. Das heißt: potenzielle Hilfe gibt es vielseitig und fast überall. Städte und Gemeinden bieten Hilfs- oder Präventionsprojekte ebenso an wie die Polizei oder Träger von Kinder- oder Jugendhilfe oder Krankenkassen oder private Vereine. 

Auf der Seite des Bundesministeriums findest du weitere Informationen und Links zu Beratungsstellen.

Da lohnt sich die Recherche im Internet und der Austausch unter Freunden - die Wahrscheinlichkeit ist nach den jüngsten Studien nicht eben gering, dass jemand Erfahrungen mit Mobbing machen musste und gegebenenfalls mit Rat und/oder Tat zur Seite stehen kann.

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