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Bunker sollen bis Juli fertig sein

An Belarus' Grenze zu Polen stehen schon bald Putins Atomwaffen

  • Aktualisiert: 03.04.2023
  • 17:17 Uhr
  • Lena Glöckner
Wladimir Putin stationiert seine Atomwaffen an Belarus' Grenze zu Polen.
Wladimir Putin stationiert seine Atomwaffen an Belarus' Grenze zu Polen.© via REUTERS

Kremlchef Putin will taktische Atomwaffen in Belarus stationieren - und zwar an der Grenze zum NATO-Staat Polen. Er begründete die Verlagerung der Waffen damit, dass die USA seit Jahren Ähnliches in Europa täten.

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Russland hält an der angekündigten Stationierung seiner taktischen Atomwaffen in Belarus fest und will sie an der Grenze zum NATO-Staat Polen positionieren. Das kündigte der russische Botschafter in der belarussischen Hauptstadt Minsk am Sonntag (2. April) an. Bis 1. Juli sollen die benötigten Bunker für die Lagerung der Waffen demnach fertiggestellt sein. 

Im Video: Putin will mit Atomwaffen in Belarus Westen einschüchtern.

Russlands Botschafter in Minsk, Boris Gryslow, bewertete es als positiv, dass die beabsichtigte Stationierung der Atomwaffen in Belarus bereits "eine Menge Lärm" in westlichen Medien verursacht habe. "Endlich wird beachtet, dass es eine gewisse Parität geben sollte", sagte er mit Blick auf den Vorwurf der russischen Führung, die USA hätten eigene Atomwaffen in Europa stationiert und Moskau damit provoziert.

"Sehr unwahrscheinlich, dass Russland nukleare Waffen einsetzt"

Kremlchef Wladimir Putin hatte zuletzt vor dem Hintergrund starker Spannungen mit dem Westen infolge des von ihm befohlenen Angriffskriegs gegen die Ukraine angekündigt, taktische Atomwaffen in Belarus zu stationieren. Er begründete die Verlagerung der Waffen in die benachbarte Ex-Sowjetrepublik damit, dass die USA seit Jahren Ähnliches in Europa täten.

In einer Analyse des US-Instituts für Kriegsstudien (ISW) hieß es vor einer Woche, Putin wolle im Westen Ängste vor einer atomaren Eskalation schüren, um so die Unterstützung für die Ukraine etwa bei der Lieferung schwerer Waffen zu brechen. Nach ISW-Einschätzung ist es weiter "sehr unwahrscheinlich, dass Russland nukleare Waffen in der Ukraine oder anderswo einsetzt". Putins Schritt habe sich bereits vor dem Krieg in der Ukraine angekündigt, teilte das ISW mit. Russland zementiere mit der Stationierung nuklearer Waffen in Belarus vor allem seinen Einfluss in der Ex-Sowjetrepublik.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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