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Nahost-Konflikt im Ticker

Gaza-Krieg: Mindestens 70 Tote nach Luftangriff in Chan Junis

  • Aktualisiert: 20.11.2023
  • 05:05 Uhr
  • Rebecca Rudolph

+++ Laut Ärzte ohne Grenzen mindestens 70 Palästinenser:innen bei israelischen Angriffen in Chan Junis getötet+++ Hamas: Kampfpause und Geiselfreilassung schon am Montag? +++ Israels Kriegskabinett will Familien der Geiseln treffen +++ Alle Entwicklungen in Nahost im Newsticker vom 20. November.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Mindestens 70 Palästinenser:innen sind in Chan Junis bei israelischen Bombardierungen gestorben.

  • Vertreter der islamistischen Terrororganisation Hamas sollen eine Kampfpause zur Freilassung von Geiseln an diesem Montag (20. November) angekündigt haben.

  • Israels Kriegskabinett trifft Angehörige von Geiseln.

  • Überwachungsvideos sollen Ankunft von Hamas-Geiseln in Al-Schifa-Klinik zeigen.

+++ 13:20 Uhr: Laut Ärzte ohne Grenzen sind bei israelischen Luftangriffen auf Chan Junis mindestens 70 Palästinenser:innen in der Stadt Chan Junis getötet worden. Der Organisation zufolge mussten zudem Dutzende im Nasser-Krankenhaus wegen schwerer Brandwunden behandelt werden.

Der medizinische Bedarf ist enorm.

Christophe Garnier, Projektleiter von Ärzte ohne Grenzen

Indes bleibt die humanitäre Lage im Gazastreifen weiter dramatisch. "Der medizinische Bedarf ist enorm", sagte der Projektleiter von Ärzte ohne Grenzen im südlichen Gaza, Christophe Garnier. "Ein Waffenstillstand ist ein Muss, jetzt mehr als je zuvor, um das andauernde Blutvergießen zu stoppen", forderte er.

Kampfpause zur Freilassung von Geiseln?

+++ 04:50 Uhr: Einem unbestätigten Medienbericht zufolge soll ein Vertreter der islamistischen Terrororganisation Hamas eine Kampfpause zur Freilassung von Geiseln an diesem Montag (20. November) angekündigt haben. Im Rahmen einer Vereinbarung über die Freilassung israelischer Geiseln werde angeblich um 11.00 Uhr Ortszeit eine Kampfpause in Kraft treten, soll ein Hamas-Beamter der jordanischen Zeitung "Al Ghad" gesagt haben, wie die Nachrichtenseite "Ynet" meldete. Allerdings habe ein israelischer Beamter den Bericht dementiert und erklärt, es gebe keine solche Vereinbarung. Sämtliche Angaben ließen sich zunächst unabhängig nicht überprüfen.

Jon Finer, der stellvertretende Nationale Sicherheitsberater der USA, hatte zuvor am Sonntag (19. November) im US-Fernsehen erklärt, es gebe noch keine Übereinkunft zur Freilassung der Geiseln, man sei zum jetzigen Zeitpunkt aber näher an einer Einigung, "als wir es vielleicht jemals waren, seit diese Verhandlungen vor Wochen begonnen haben". Katars Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani, dessen Emirat eine wichtige Vermittlerrolle hat, sagte, es gebe nur noch sehr niedrige Hürden für eine Vereinbarung zwischen Israel und der Hamas. Von offizieller israelischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung für ein bevorstehendes Geisel-Abkommen mit der Hamas.

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Israels Kriegskabinett will Familien der Geiseln treffen

+++ 03:24 Uhr: Mitglieder des israelischen Kriegskabinetts wollen einem Medienbericht zufolge am Montag (20. November) Familienangehörige der Geiseln treffen, die von Terrorgruppen im Gazastreifen festgehalten werden. Die Zeitung "The Times of Israel" berichtete, dass zunächst noch unklar war, wie viele Angehörige an dem am Abend erwarteten Treffen teilnehmen werden. Eine Bestätigung für das Treffen gab es zunächst nicht. 

Militär: Geiseln der Hamas waren zeitweise in Schifa-Krankenhaus

+++ 00:10 Uhr: Nach israelischer Darstellung waren mehrere Geiseln der islamistischen Hamas zeitweise in das Schifa-Krankenhaus im Gazastreifen gebracht worden. Israels Armee veröffentlichte am Sonntagabend (19. November) Aufnahmen von Überwachungskameras der Klinik, die einen entführten nepalesischen sowie einen thailändischen Staatsbürger in der Einrichtung am 7. Oktober zeigen sollen.

Diese Erkenntnisse beweisen, dass die Terrororganisation Hamas den Komplex des Schifa-Krankenhauses am Tag des Massakers als terroristische Infrastruktur nutzte.

Israelische Armee

In dem Video ist zu sehen, wie eine mutmaßliche Geisel am Arm verletzt auf einem Krankenbett liegt, eine zweite mutmaßliche Geisel wird mit Waffengewalt in das Gebäude gezerrt. Die Aufnahmen waren zunächst nicht unabhängig zu überprüfen. Aus Thailand und Nepal stand eine Reaktion aus.

Am 7. Oktober hatten Terroristen der Hamas und anderer Gruppen bei Angriffen im israelischen Grenzgebiet rund 240 Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Wie das Außenministerium in Thailand laut der Deutschen Presse-Agentur berichtet, sind 25 thailändische Staatsbürger:innen unter den Entführten. Darunter sollen auch fünf Nepalesen sein. Insgesamt wurden laut den israelischen Behörden Menschen aus 26 Ländern entführt.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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