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Expertin warnt

In Deutschland auf Vormarsch: Hyalomma-Zecke läuft gezielt auf Menschen zu

  • Veröffentlicht: 06.03.2024
  • 15:20 Uhr
  • Christina Strobl
Zecken können gefährliche Krankheiten wie das FSME-Virus übertragen.
Zecken können gefährliche Krankheiten wie das FSME-Virus übertragen.© Marijan Murat/dpa

Sie können Krankheitserreger und gefährliche Viren übertragen: Zecken. Jetzt macht sich die Gattung Hyalomma zunehmend in Deutschland breit - und bringt neue Gefahren mit sich. 

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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Parasitologin Ute Mackenstedt warnt im Gespräch mit dem "Spiegel" vor der einwandernden Zeckengattung Hyalomma.

  • Durch ein sich erwärmendes Klima könnte Hyalomma bald in Deutschland heimisch werden.

  • 80 bis 85 Prozent der in Deutschland gemeldeten FSME-Fälle passierten in Bayern oder Baden-Württemberg.

Mit dem Frühling kommen die Insekten und Parasiten zurück. So auch die Zecken. Weil sie Krankheitserreger übertragen können, gelten die Spinnentiere als Gefahr für den Menschen. Eine neue Gattung, die Hyalomma, breitet sich verstärkt in Deutschland aus.

Im Video: Gefahr durch Zecken - Das sind zwei neue FSME-Risikogebiete in Deutschland

Mit dem Klimawandel kommen neue Parasiten nach Deutschland

Die Hyalomma bereitet Expert:innen wie Ute Mackenstedt Sorgen. Im Interview mit dem "Spiegel" erklärt sie, dass die neue Gattung eigentlich in wärmeren Gebieten zu Hause ist. Werden die Temperaturen nun auch in Deutschland immer milder, könnte es die Zecke womöglich schaffen, hierzulande zu überwintern.

"Hyalomma zählt zu den Zecken, von denen wir glauben, dass sie sich über kurz oder lang hier ansiedeln werden", so Mackenstedt. Gefährlich sei dabei vor allem, dass sie sich deutlich von der in Deutschland heimischen Zeckenart, dem Holzbock, unterscheidet: Der Expertin zufolge ist letztere blind und wartet, bis ein Mensch oder ein Tier vorbeikomme. Anders jedoch die Hyalomma: Sie könne sehen und laufe gezielt auf mögliche Wirte zu. 

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Zecken können gefährliche Viren übertragen

Die Zecke kann Viren übertragen, die das Krim-Kongo-Hämorrhagische-Fieber auslösen. In den vergangenen Jahrzehnten seien Fälle in Portugal und Spanien aufgetreten, so Mackenstedt. Und in Südfrankreich waren solche Fälle zuletzt verstärkt nachgewiesen worden.

Bereits in Deutschland heimische Gattungen sind vor allem gefürchtet, weil sie das sogenannte FSME-Virus übertragen. Dieses kann die gefährliche Frühsommer-Meningoenzephalitis auslösen. Mackenstedt zufolge sind die ersten Fälle der Erkrankung bereits im Januar dieses Jahres dem Robert-Koch-Institut gemeldet worden. "Die Saison hat also früh begonnen", so die Expertin. "Denn die Infektion muss mindestens drei, vier Wochen vor der Meldung stattgefunden haben."

Expertin rechnet mit vielen FSME-Fällen 2024

Der heimische Holzbock ist die häufigste Zeckenart in Deutschland und ist erst ab etwa sieben Grad Celsius aktiv. Ist es entsprechend mild, ist man also selbst im Winter nicht vor den Parasiten sicher. Hinzu kommt, dass Mackenstedt gemeinsam mit ihrem Team von der Universität Hohenheim entdeckt hat, dass es eine Art Rhythmus gibt, was die Höhe der Fallzahlen in Deutschland betrifft: "Zunächst haben wir beobachtet, dass alle drei Jahre ein Jahr mit ungewöhnlich hohen Fallzahlen kam, danach wieder zwei mit niedrigeren. Inzwischen ist es ein Zweijahresrhythmus, demnach erwarten wir 2024 wieder mehr Fälle." Warum sich dieses Muster verändert hat, habe man jedoch noch nicht herausgefunden.

Obwohl manche Regionen in der Bundesrepublik stärker von FSME betroffen sind, stellt die Expertin klar, dass man immer Vorsicht walten lassen sollte. Das Risiko, das Virus durch einen Zeckenbiss übertragen zu bekommen, sei zwar in Norddeutschland geringer. Schließlich stammten 80 bis 85 Prozent der gemeldeten FSME-Fälle aus Bayern und Baden-Württemberg. Auszuschließen sei eine FSME-Übertragung aber auch im Norden nicht.  Es gebe "kein Bundesland mehr, das frei von FSME ist". 

Im Video: USA - Menschen entwickeln Fleischallergie nach Zeckenbiss

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Die Expertin rät zur Impfung

Generell rät die Expertin zu einer Impfung gegen das FSME-Virus. Selbst wenn man in einer Region wohnt, die nicht als Risikogebiet eingestuft wird, sei dies ratsam: "Sie reisen ja möglicherweise in ein FSME-Risikogebiet - nach Süddeutschland, nach Österreich, in die Schweiz, nach Skandinavien, um nur einige zu nennen."

Mackenstedt appelliert zudem an Ärzt:innen, das Virus auf dem Schirm zu haben. Vor allem in Nicht-Risikogebieten würden Patient:innen mit Symptomen oftmals nicht auf FSME untersucht, weil schlichtweg nicht daran gedacht werde. Eindeutige Symptome gebe es jedoch nicht, so die Parasitologin zum "Spiegel": "Was nach der Ansteckung mit dem Virus passiert, ist individuell sehr verschieden und hängt unter anderem vom Immunsystem ab, von Vorerkrankungen, vom Lebensalter. Ich persönlich würde bei FSME das Risiko nicht eingehen wollen."

  • Verwendete Quellen:
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