Jobs im Freistaat
Höchste Quote seit 2010: Arbeitslosigkeit in Bayern steigt
- Aktualisiert: 29.08.2025
- 11:19 Uhr
- Laura Gebertshammer
Der Arbeitsmarkt im Freistaat steht weiter unter Druck. Mit 4,2 Prozent ist die Arbeitslosenquote in einem August so hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr.
Das Wichtigste in Kürze
Die Arbeitslosenquote in Bayern ist mit 4,2 Prozent auf den höchsten Wert in einem August seit 2010 geklettert.
Die Zahl der Arbeitslosen stieg auf 326.947, wie die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte.
Die Chance, eine Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer neuen Beschäftigung zu beenden, sei weiter gesunken.
Zahl der Arbeitslosen auf 326.947 gestiegen
Die Arbeitslosenquote in Bayern ist mit 4,2 Prozent auf den höchsten Wert in einem August seit 2010 geklettert. Die Zahl der Arbeitslosen stieg auf 326.947, wie die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte. Das sind 14.923 oder 4,8 Prozent Arbeitslose mehr als noch im Juli.
Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete die Behörde bei der Zahl der Arbeitslosen ein Plus von 9,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote hatte im August 2024 noch bei 3,9 Prozent gelegen. Im bundesweiten Vergleich weist Bayern allerdings weiter die niedrigste Arbeitslosenquote auf.
"Arbeitgeber sind weiter zurückhaltend"
"Auch die Beschäftigung wächst weiterhin kaum noch, Arbeitgeber sind weiter zurückhaltend mit der Besetzung offener Stellen", teilte der stellvertretende Chef der Regionaldirektion, Peter Michel, mit. Die Chance, eine Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer neuen Beschäftigung zu beenden, sei weiter gesunken.
Der Anstieg im August kommt nicht unerwartet. Knapp die Hälfte des Zuwachses geht auf Menschen unter 25 Jahren zurück, die sich im Übergang von der Schule zu einer Ausbildung oder einem Studium befinden oder nach dem Studium in den Beruf starten.
Laut Bayerns Arbeitsministerin Ulrike Scharf (CSU) sind noch einige junge Menschen ohne Ausbildungsplatz. Den 91.911 gemeldeten Ausbildungsstellen standen im August demnach 61.475 Bewerberinnen und Bewerber gegenüber. Als Grund für die eingetrübte Lage am Arbeitsmarkt sieht Scharf neben der Übergangszeit bei der Ausbildung die schwache Konjunktur.
Weniger Arbeitskräfte gefragt
Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften hat in Bayern weiter nachgelassen. Die Zahl der neu gemeldeten Stellen ging im Vergleich zum Vorjahr um 8,2 Prozent auf 167.606 zurück. Zu den besonders betroffenen Branchen zählen unter anderem der Handel, die Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen, die Metall- und Elektroindustrie sowie die Stahlindustrie.
Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) sieht eine paradoxe Lage. "Wir haben einerseits eine sich verfestigende Arbeitslosigkeit. Andererseits haben bayerische Unternehmen der Regionaldirektion einen Bestand von über 112.000 offenen Arbeitsstellen gemeldet", teilte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt mit.
Er zeigte sich zuversichtlich, wieder mehr Menschen in Arbeit zu bekommen. Dafür seien eine gezielte Vermittlung durch die Arbeitsagenturen und Transfergesellschaften sowie passende Qualifizierungsmaßnahmen und berufliche Weiterbildung notwendig.
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- Verwendete Quelle:
- Nachrichtenagentur dpa