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Aufgabe besetzter Gebiete

Frieden für Ukraine über Nacht: Experten sehen Trumps Idee für Deal mit Putin skeptisch

  • Aktualisiert: 11.04.2024
  • 17:31 Uhr
  • Lisa Apfel
Kann angeblich Express-Frieden für die Ukraine liefern: Ex-US-Präsident Donald Trump.
Kann angeblich Express-Frieden für die Ukraine liefern: Ex-US-Präsident Donald Trump.© AP

24 Stunden: So lange würde Donald Trump nach Eigenaussage nur brauchen, um den Ukraine-Krieg zu beenden. Seinen Plan, über den die "Washington Post" nun berichtet, sehen Expert:innen skeptisch.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Donald Trump will ins Weiße Haus zurück und schmiedet noch vor der Präsidentschaftswahl in den USA große Pläne für eine eventuelle zweite Amtszeit.

  • Das Problem Ukraine-Krieg? Nur einen Tag würde Trump angeblich brauchen, um diesen zu beenden.

  • Die "Washington Post" berichtete nun über einen möglichen Plan des Republikaners. Demnach wolle er einen Deal zwischen Kiew und Moskau einfädeln.

  • Fachleute bewerteten für ZDF "heute" dieses angebliche Vorhaben - und sind wenig überzeugt.

Wenn er wiedergewählt werden sollte, würde er den Ukraine-Krieg quasi über Nacht beenden. So die Selbsteinschätzung des Ex-US-Präsidenten Donald Trump.

Zusätzlich plant der 77-Jährige angeblich, einen Deal zwischen Wolodymyr Selenskyj und Wladimir Putin einzufädeln. Trump soll in einem Abkommen "Ukrainisches Gebiet gegen Waffenstillstand" die Friedens-Lösung sehen.

Im Video: Bericht - So will Trump Russlands Krieg in der Ukraine beenden

Trump will ukrainische Gebiete gegen Frieden tauschen

"Wenn ich Präsident wäre, würde ich den Ukraine-Krieg innerhalb von 24 Stunden beenden", behauptet Trump bereits seit Längerem. In seiner Friedens-Mission soll Kiew allerdings Gebiete an Russland abtreten müssen, wie es nun aus Trumps Umfeld heißt. Das berichtet die "Washington Post" unter Berufung auf Personen, die die Pläne des ehemaligen US-Präsidenten kennen sollen. Demnach würde Trump versuchen, die Ukraine unter Druck zu setzen, damit diese die Grenzregion, die annektierte Halbinsel Krim und die östliche Region Donbass dem Moskauer Aggressor gegen einen Waffenstillstand überlässt.

Trumps Team soll sich auf Anfrage der "Washington Post" nicht zu dem Bericht geäußert haben. Allerdings betonte Trump-Berater Jason Miller gegenüber der "New York Post": "Das Ganze sind Fake News von der 'Washington Post'. Sie erfinden es einfach."

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Militärexperte: Trumps angebliche Pläne realitätsfern

ZDF "heute" hat die angeblichen Trump-Pläne zum Ukraine-Frieden von Militärexpert:innen einschätzen lassen - und die blicken kritisch auf die mögliche Trump-Strategie.

So sagt Militärexperte Gustav Gressel auf Anfrage von "heute", Trumps angebliche Pläne gingen "an der Realität vorbei". Der 77-Jährige blende aus, "dass es Russland um mehr geht als nur den Donbass und die Krim".

Die Ukraine hätte keinerlei Sicherheit, dass Russland nach einem solchen Deal nicht weitere Eroberungen versuche. Die Trump-Aussagen bewertet Gressel als einen Vorwand, um die Hilfe an die Ukraine einzustellen.

Carlo Masala von der Universität der Bundeswehr in München blickt laut "heute" ähnlich auf die Situation: Putin werde sich nicht zufriedengeben und weiterkämpfen lassen, da er hofft, den gesamten Donbass einnehmen zu können. Und Selenskyj? Der wird Masalas Einschätzung zufolge bald keine Wahl mehr haben und müsse Gebiete abgeben, sollten nicht größere Mengen an Waffen und Munition geliefert werden.

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Trumps Friedens-Versprechen für die Ukraine: Alles nur heiße Luft?

Das Kernproblem bei einem solchen Deal, so schreibt ZDF "heute" weiter, sei mangelndes Vertrauen. Zum einen mangelndes Vertrauen der westlichen Staaten gegenüber Russland, zum anderen mangelndes Vertrauen seitens der Ukraine gegenüber dem als Putin-freundlich geltenden Trump.

Zudem darf man daran zweifeln, ob Russland einem solchen Deal mit Trump zustimmen würde. Moskau könnte in einer erfolgreichen Phase weiter auf Eroberungen als auf Verhandlungen setzen.

Alles in allem ist Trumps angeblicher 24-Stunden-Express-Frieden für die Ukraine wohl vor allem eines: Taktik im Rennen um das Weiße Haus.

  • Verwendete Quellen:
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