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Von Wildkamera gesichtet

Braunbär unterwegs nach Bayern? Oberallgäu bereitet sich vor

  • Veröffentlicht: 24.05.2024
  • 15:02 Uhr
  • Sara Ritterbach Ciuró
Das Foto der Wildkamera zeigt einen Braunbären, der in der Nacht auf den 22. Mai 2024 im Gemeindegebiet festgestellt wurde.
Das Foto der Wildkamera zeigt einen Braunbären, der in der Nacht auf den 22. Mai 2024 im Gemeindegebiet festgestellt wurde.© Reviermanagement/dpa

Im deutsch-österreichischen Grenzgebiet ist ein Braunbär von einer Wildkamera fotografiert worden. Das Landratsamt Oberallgäu bereitet sich jetzt auf einen möglichen Besuch vor.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Im deutsch-österreichischen Grenzgebiet wurde ein Braunbär gesichtet.

  • Dieser könnte laut Experten weiter nach Deutschland ziehen.

  • Das Landratsamt Oberallgäu wappnet sich jetzt für einen möglichen Besuch. 

Inhalt

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Oberallgäu ist gewappnet

Fast auf den Tag vor einem Jahr tappte ein Braunbär im Landkreis Oberallgäu in eine Fotofalle - jetzt ist wieder ein Bär in der Nähe unterwegs: Wenige Kilometer vom Allgäu entfernt hat eine Wildkamera das Tier in der Nacht zum Mittwoch im Gemeindegebiet von Lech am Arlberg in Österreich fotografiert.

Im Landratsamt Oberallgäu bereitet man sich auf einen möglichen Besuch vor. "Auch wir haben vernommen, dass sich ein Bär in der Nachbarschaft des Landkreises Oberallgäu aufhält", teilte das Landratsamt am Freitag auf Anfrage mit. Aber: "Der Bär ist ein Wildtier, welchen Weg er einschlagen wird, wissen wir nicht." Schon nach dem Kurzbesuch eines Bären im Gemeindegebiet Bad Hindelang ebenfalls im Mai hatte die Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller die "Initiative Braunbär" ins Leben gerufen, um für solche Situationen noch besser gewappnet zu sein.

Landratsamt mahnt zur Vorsicht

"Wie immer, wenn man Wildtieren in freier Natur begegnet, sollte man Vorsicht walten lassen und allgemeine Verhaltensregeln beachten", mahnte das Landratsamt für den Fall einer Begegnung. Spätestens seit der tödlichen Attacke der Braunbärin Gaia auf einen Jogger im italienischen Trentino ist klar: Die Tiere sind keine Kuschel-Teddys.

Laut dem österreichischen Bundesland Vorarlberg handele sich bei dem in Lech am Arlberg fotografierten Tier wahrscheinlich um einen jüngeren, männlichen Bären, der vermutlich aus Italien über das Lechtal nach Vorarlberg kam. Hubert Schatz, der Landeswildökologe des Bundeslandes Vorarlberg, hielt es am Donnerstag für möglich, dass er nach Deutschland weiterwandert. Ob das Tier Verhaltensauffälligkeiten zeige, lasse sich noch nicht sagen. "Es besteht jedoch kein Grund zur Panik", beruhigte Schatz. Die Behörden empfehlen im Gebiet Lech aber, besonders aufmerksam zu sein, markierte Wege nicht zu verlassen und Hunde an der Leine zu führen.

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Verhaltensregeln für den Ernstfall

Schon Braunbär Bruno hatte 2006 mit seinen hungrigen Attacken auf Schafe und seiner mangelnden Scheu vor Menschen bis hin zu Besuchen direkt in Ortschaften Ängste geschürt. Die bayerischen Behörden hatten deshalb damals schon Verhaltensmaßregeln und Hinweise im Umgang mit Bären ausgearbeitet.

"Zeigen Sie Respekt und halten Abstand. Bleiben Sie möglichst ruhig und gelassen", lautet der Rat des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) für den Fall eines Zusammentreffens mit einem Bären. "Bleiben Sie stehen und machen Sie den Bären durch ruhiges Sprechen und langsame Armbewegungen auf sich aufmerksam." Man solle nicht wegrennen und auch nicht versuchen, ihn zu vertreiben. "Behalten Sie den Bären im Auge und treten Sie langsam und kontrolliert den Rückzug an. Lassen Sie dem Bären in jedem Fall eine Ausweichmöglichkeit."

Und wenn der Bär tatsächlich angreift: "Legen Sie sich bäuchlings flach auf den Boden oder kauern Sie sich auf den Boden, die Hände im Nacken. Wenn vorhanden, schützt so Ihr Rucksack den Rücken. Der Bär wird in der Regel von Ihnen ablassen oder Sie nur beschnuppern. Verharren Sie in Ihrer Position und warten Sie ab, bis sich der Bär weit genug entfernt hat."

Bären-Population 120 km von Bayern entfernt

Vor einem Jahr hatte ein Bär auch in den oberbayerischen Landkreisen Rosenheim und Miesbach Spuren hinterlassen, er soll zuvor auch in Tirol unterwegs gewesen und im Bezirk Kufstein von einer Wildkamera fotografiert worden sein. Auch bei Stanzach im Bezirk Reutte in Tirol waren damals Bären-Spuren im Schnee entdeckt worden.

Die nächste Bären-Population befindet sich im von Bayern etwa 120 Kilometer entfernten italienischen Trentino mit etwa 100 Tieren. Den Bären-Bestand für Kärnten und Osttirol schätzt der WWF Österreich auf fünf bis acht Bären.

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  • Verwendete Quelle:
  • Nachrichtenagentur dpa
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