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Ihre Doku spaltet die Zuschauer

Doku über Harry und Meghan: Kampfansage an die Royals?

  • Aktualisiert: 16.12.2022
  • 20:23
  • Jannah Fischer
Herzogin Meghan und Prinz Harry haben sich mit ihrer Doku etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt, wenn man den Kritiker glauben schenken mag
Herzogin Meghan und Prinz Harry haben sich mit ihrer Doku etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt, wenn man den Kritiker glauben schenken mag© picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Matt Dunham

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Treffen zwischen der Queen und Meghan war für sie wie ein Theaterstück

  • Meghan bezeichnet Kate und William als "steif"

  • Harry zieht Parallelen zwischen Meghan und Lady Diana

  • Meghan hat eine Nichte, von der die Welt nichts wusste

  • Was bleibt den Sussexes nach der Doku?

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Prinz Harry und Herzogin Meghans lang erwartete Dokumentation spaltet die Zuschauer. Die einen sehen darin den Befreiungsschlag der Sussexes, die anderen einen Angriff auf die britischen Royals.

Kampfansage an die Royals?

Ob Prinz Harry und Herzogin Meghan mit so viel negativen Reaktionen auf ihre Netflix-Dokumentation gerechnet haben? Am 8. Dezember wurde der erste Teil, genauer drei Episoden veröffentlicht. Seit dem 15. Dezember sind nun alle sechs Folgen auf Netflix verfügbar. Doch statt Mitgefühl schlägt den Sussexes Unverständnis entgegen. Das Paar kommt in den Augen der Zuschauer:innen nicht gut weg. Haben sie sich mit ihrer Doku zu weit aus dem Fenster gelehnt? Das sind die wichtigsten Punkte und skandalösesten Aufreger-Momente aus dem ersten Teil der Doku.

So war es für Meghan, die Queen, Prinz William und Kate zu treffen

Sich an die Familie des Partners zu gewöhnen, ist nie einfach. Umso schwerer muss es sein, wenn die Großmutter des Liebsten ausgerechnet die Königin von Großbritannien ist. Natürlich konnte man von Meghan Markle, die davor Hollywood und den lässigen kalifornischen Lifestyle gewohnt war, nicht erwarten, die uralten Traditionen und (verschrobenen) Gepflogenheiten des britischen Königshaus zu verstehen. Doch Kritiker:innen finden, dass Meghan sich in der Doku auf Kosten der Queen und vor allem auch Prinz William und Prinzessin Kate lustig macht. So dachte sie, als Harry Meghan das erste Mal seiner geliebten Großmutter Königin Elizabeth II. vorstellen wollte, er machte einen Scherz, als er sie fragte, ob sie wisse, wie man knickst. "Für uns in Amerika hat das was von einem mittelalterlichen Bühnenstück. So war's auch", erklärt Meghan und zeigt auf dem Sofa sitzend dann auch, wie sie sich vor der Queen verbeugt hat. Harry schaut in dem Moment etwas verwundert, gar säuerlich-verletzt. Ob er sich in solchen Situationen fragt, ob er sich richtig entschieden hat oder gar den "Megxit" und die Distanz zu seiner Familie bereut?

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Queen Elizabeth II. und Meghan schienen sich gut zu verstehen - umso verwunderlicher sind manche Aussagen der Herzogin in der Doku
Queen Elizabeth II. und Meghan schienen sich gut zu verstehen - umso verwunderlicher sind manche Aussagen der Herzogin in der Doku© picture alliance / empics | Peter Byrne

Royale Beobachter:innen erklärten Meghans Knicks-Debakel schon als Affront gegenüber der erst im September 2022 verstorbenen Queen. Ein Familienmitglied, das besonders für Harry eine große Rolle spielte. Wie muss er sich fühlen, wenn Meghan sich so öffentlich über die Krone - und damit eben auch über alles, was seine Großmutter repräsentierte - lustig macht?

Auch über das erste Treffen mit Prinz William und insbesondere Prinzessin Kate hat Meghan nichts Positives zu berichten. "Als ich Kate zum ersten Mal traf, kamen sie und Will zum Essen. Ich stand da in zerrissenen Jeans und barfuß."
Meghan, die sich selbst als "hugger", also Umarmerin, bezeichnet, hat schnell bemerkt, dass ihre Art nicht gut bei Will und Kate ankam. "Mir wurde bald klar, dass die Formalität, die nach außen hin herrscht, sich im Inneren widerspiegelt. Nach außen hin wird repräsentiert, dann schließt man die Tür und denkt sich: Jetzt können wir uns entspannen. Aber diese Formalität bleibt bestehen. Das hat mich überrascht."

Alles Themen, die eigentlich durch ein offenes Gespräch mit Harry im Vorfeld hätten geklärt sein müssen. Aber fand dieses Gespräch etwa gar nicht statt? Warnte Harry sie weder vor den Regeln im Palast noch vor der eventuell etwas steiferen Art von William und Kate vor? Oder nutzt Meghan gerade die Gunst der Stunde, um sich als "die bessere Prinzessin" zu präsentieren? Das bleiben Spekulationen.

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Die Royal-Expertin und Journalistin Esther Krakue stellt es so dar: “Am Ende des Tages ist die royale Familie immer eine Familie - und es gibt Beziehungen, die man aufrechterhalten muss. Blut ist dicker als Wasser - doch es wirkt, als hätte Harry seine Familie für den Ruhm und das Geld mit dem Hollywood lockte, verraten. Es ist seelenlos. Und irgendwann wird der Punkt kommen, an dem er seine Familie braucht - doch er hat sie für den schamlosen Versuch, berühmt und reich zu werden, geopfert." Es wirkt schon komisch, dass Harry und Meghan so öffentlich austeilen. Besonders, wenn man den nächsten Punkt bedenkt.

Harrys Vergleiche zu Prinzessin Diana

Der Name von Lady Di fiel oft in der Doku von Prinz Harry und Herzogin Meghan. Was nicht verwundert, schließlich verlor Harry seine Mutter, Prinzessin Diana, als er gerade mal zwölf Jahre alt war. Für Harry war und ist die viel zu kurze Zeit mit seiner Mutter etwas, was er hochhält. So erinnert er sich an seine Kindheit, in der es viel Gelächter und Glück gab - aber auch viele Paparazzi. Dies sei auch der größte Teil seiner Kindheitserinnerung: von Fotograf:innen umzingelt zu sein.

Ein Fotograf folgt der damals noch bürgerlichen Diana Frances Spencer im Jahr 1980. Ihr Blick spricht Bände: Diana ist sichtlich genervt von der Belagerung der Paparazzi.
Ein Fotograf folgt der damals noch bürgerlichen Diana Frances Spencer im Jahr 1980. Ihr Blick spricht Bände: Diana ist sichtlich genervt von der Belagerung der Paparazzi.© picture-alliance / dpa | UPI

Etwas, das er sich nicht für seine Kinder wünscht - und etwas, wovor er seine Ehefrau Meghan schützen möchte. Ein Grund für ihn, sich vom royalen Leben zu verabschieden und dem "Krieg gegen Meghan" in der Presse so ein Ende zu setzen. "In vielen Dingen ist Meghan meiner Mutter ähnlich. Wie sie hat Meghan diese warmherzige Art."
Und Harry ergänzt: "Die Geschichte darf sich nicht wiederholen.” Royal-Expert:innen sehen in solchen Aussagen Harrys tiefen Wunsch, Diana zu retten - in Form von Meghan. Wenn er Meghan all das Leid ersparen kann, welches er seine Mutter überkommen sah, würde vielleicht der Verlust von Lady Diana weniger schmerzen. Reine Spekulationen, die eine schockierende Wendung in der Beziehung bedeuten würden. Denn dann hätte Meghan emotional die Oberhand über Harry und könnte ihn so zu ihren Gunsten manipulieren.

Auf einem royalen Besuch in Afrika begrüßen Harry und Meghan Schaulustige. Immer dabei: Massen von Fotografen und Kamerateams.
Auf einem royalen Besuch in Afrika begrüßen Harry und Meghan Schaulustige. Immer dabei: Massen von Fotografen und Kamerateams.© picture-alliance / dpa | UPI

Harry zieht noch weitere Vergleiche zu seiner Mutter: "Ich glaube, dass viele aus meiner Familie, besonders die Männer in Versuchung geraten, eine Person zu heiraten, die in diese Schablone passt, anstatt jemanden, der bestimmt ist, mit ihnen zusammen zu sein. Meine Mutter hat all ihre Entscheidungen mit dem Herzen getroffen - und ich bin eben ihr Sohn." Meghan war für ihn eine Herzensentscheidung - doch gleichzeitig beinhaltet der Satz eben auch: Kate war es für William nicht.

Meghan Markles geheime Nichte

Meghan machte bislang immer deutlich, wie wenig sie sich mit ihrer Familie versteht - Mutter Doria Ragland mal ausgenommen. Die Herzogin ging sogar so weit und brach öffentlich mit ihrem Vater und ihrer Halbschwester Samantha Markle. Beide gaben gerne ausführliche Interviews, in denen Meghan nicht unbedingt gut davonkam. Auch auf Meghans Bitten, nicht mehr mit der Presse zu reden, änderte sich nichts. Kein Wunder also, dass sie nur Mama Doria zur Hochzeit mit Prinz Harry einlud. Schließlich schien der Rest der Familie unter die Kategorie "mehr Feind als Freund" zu fallen.

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Eigentlich dachte man bislang, Meghan hat nur guten Kontakt mit ihrer Mutter Doria - doch dem ist nicht so.
Eigentlich dachte man bislang, Meghan hat nur guten Kontakt mit ihrer Mutter Doria - doch dem ist nicht so.© picture alliance / empics | Steve Parsons

Doch die Doku rückt Meghans Beziehung zu ihrer Familie in ein neues Licht. Denn ausgerechnet mit Samanthas Tochter Ashleigh Hale pflegte Meghan ein inniges Verhältnis. Ashleigh wuchs nicht bei Samantha auf, sondern bei ihren Großeltern. Mit ihrer Mutter hat Ashleigh erst wieder seit 2007 Kontakt - als Meghan von der Kontaktaufnahme erfuhr, begann auch sie die Beziehung zu Ashleigh zu suchen. Die beiden verstanden sich direkt und lange Telefonate und gemeinsame Urlaube folgten. "Meghan ist meine Schwester, meine Mutter, meine beste Freundin, sie ist alles Mögliche", erklärt Ashleigh. Darum brach sie später auch wieder mit ihrer Mutter, als Samantha über Meghan und Harry in der Presse lästerte.
Aber wieso war Meghans Nichte dann nicht Teil der royalen Hochzeit? Das Problem war, dass es schwer zu erklären gewesen wäre, Samanthas Tochter, aber eben nicht Samantha - Meghans Halbschwester - einzuladen. Ein schwerer Schlag zu Ashleigh, aber sie hat diese Entscheidung im Nachhinein verstanden. Auch Meghan sei die Entscheidung nicht leicht gefallen.

Kritiker:innen bezeichnen Meghans Entschluss als berechnend. Wie hätte sie mit ihrer Nichte an ihrer Seite sonst das Narrativ aufrechterhalten können, dass ihre Familie ihr nichts Gutes wünscht und sie sich extra für Harry von ihr getrennt hat? Meghan wäre laut der negativen Stimmen dann nicht mehr das Opfer ihrer Umstände gewesen. Ob eiskalte Berechnung oder doch schwermütige Entscheidung - am Ende hat Ashleigh einen schönen Moment in ihrem Leben verloren - und Meghan die Chance, ihren besonderen Tag mit jemandem zu teilen, der ihr wichtig ist.

Was bleibt Harry und Meghan nach der Doku?

Auch wenn Teil zwei zu diesem Zeitpunkt noch nicht veröffentlicht ist, ist eine Sache klar: Diese Doku spaltet Zuschauerinnen und Zuschauer. Die einen sehen darin den Befreiungsschlag von Meghan und Harry und die anderen (besonders viele Brit:innen) einen Affront gegenüber der Monarchie und dem Königshaus. Egal, wie man sich in der Diskussion platziert, bleibt doch am Ende die Frage: Was bleibt?

Statt des privaten Lebens, das sich die Sussexes noch beim "Megxit" gewünscht hatten, haben sie jetzt Buchdeals, Dokus und ein Interview nach dem anderen, in denen sie private Details ausschlachten. Doch irgendwann wird nichts mehr da sein, das zu erzählen wert ist - so sieht es Royal-Expertin Esther Krakue. "Sie sollen so viele Deals machen, wie sie können und den Namen der Royal Family durch den Dreck ziehen. Irgendwann wird es vorbei sein [mit den Deals], denn sie haben nichts anderes anzubieten. Sie sind keine Menschen, die für etwas stehen." Vielleicht ist dann der Punkt erreicht, in dem Prinz Harry und Herzogin Meghan das machen, was sie nach dem Megxit machen wollten: sich für diverse Charitys einsetzen und ein ruhiges Leben führen.

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