Anzeige
Es ist Offiziell: Charles ist der neue Thronfolger

Thronfolger Englands: Der Nachfolger der Queen

dpa

Das neue Oberhaupt des britischen Königshauses: Charles ist der Nachfolger von Queen Elizabeth II.

Anzeige

Charles ist neuer britischer König

In dem Augenblick, in dem der Tod von Queen Elizabeth festgestellt wurde, hieß es: "Die Königin ist tot, lang lebe der König!" Denn die Nachfolge der Queen wurde längst festgelegt. Automatisch ging der Thron an den Erstgeborenen der Königin.

Alle News zur Krönung von King Charles liest du hier.

Der älteste Sohn der Queen, Prinz Charles wurde zum neuen Staatsoberhaupt Großbritanniens ernannt. Er hat als Charles III. den Thron bestiegen. Zum König wurde er bereits ausgerufen. Die Krönung kann allerdings noch einige Monate auf sich warten lassen, bei Queen Elizabeth II. waren es ganze 16 Monate.

König Charles III.: Hat er das Zeug zum König?

Wie genau alles vonstatten ging, als Queen Elizabeth gestorben ist, ist in der "Operation London Bridge" genauestens geplant. Der Ablauf in diesem, seit den 1960er Jahren bestehenden Dokument, umfasst alle Anweisungen an die einzelnen Ministerien, die genaue Bekanntgabe ihres Todes bis hin zum Verhalten in den Social-Media-Kanälen der Regierung und des Königshauses.

Erfahre hier die genaue Todesursache der Queen.

Die Thronfolge des britischen Königshauses

Die Thronfolge ist in England in der Bill of Rights von 1689 und im Act of Settlement von 1701 festgelegt. 2009 kam außerdem noch die Royal Marriage und Succession to the Crown Bill hinzu, mit der Diskriminierungen vorgebeugt werden sollte.

Anzeige
Anzeige

Im Oktober 2011 wurde zudem die rund 300 Jahre alte Regelung der Thronfolge geändert und im sogenannten Perth Agreement festgehalten. Die Commonwealth-Staaten legten fest, dass ab sofort ausschließlich die Reihenfolge der Geburt über die Thronfolge bestimmt. Weibliche Nachkommen sollten nun nicht mehr hinter später geborenen Brüdern in der Rangfolge zurückgestellt werden.

Bis dahin legte die sogenannte männliche Primogenitur fest, dass Söhne immer Vorrang vor ihren älteren Schwestern haben. Die Regel gilt nur für Nachkommen, die nach dem 28. Oktober 2011 geboren wurden. Prinzessin Anne bleibt in der Thronfolge daher weiterhin hinter ihrem Bruder Andrew, obwohl dieser fast zehn Jahre nach ihr geboren wurde.

Die Bill of Rights verlieh dem Parlament mehr Macht

Die Bill of Rights (Gesetzesvorlage der Rechte) stammt aus dem Jahr 1689 und stärkte die Rechte des Parlaments gegenüber dem Monarchen beziehungsweise der Monarchin. Sie galt als wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem Parlament. Immer wieder versuchte die königliche Familie ihre absolute Stellung im Staat zurückzugewinnen – teils auch mit blutigen Auseinandersetzungen.

Die Bill of Rights sollte weitere solcher Konflikte verhindern und war die Grundlage für spätere Verfassungssysteme. Sie war unter anderem Vorbild für die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika von 1787 und der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789 in Frankreich. Die Bill of Rights stärkte die Rechte des Parlaments, das nun in viele Entscheidungen des Königs mit einbezogen werden musste.

Der Act of Settlement schreibt fest, dass nur protestantische Nachkommen ein Anrecht auf den Thron haben. Wer zum katholischen Glauben konvertiert, verliert seinen Platz in der Thronfolge.

Katholiken haben keinen Platz in der Thronfolge

Katholiken sind von der Thronfolge kategorisch ausgeschlossen. Nur Protestanten dürfen König oder Königin von England werden. Ein katholischer Ehepartner bedeutet nicht den Ausschluss aus der Thronfolge, solange die Nachkommen nicht katholisch getauft werden und Mitglieder der englischen Staatskirche sind.

Weiter legt der Act of Settlement fest, dass nur direkte Nachfahren von Sophie von der Pfalz König oder Königin von England werden können. Kinder von unverheirateten Paaren werden von der Thronfolge ausgeschlossen. Das gilt auch dann, wenn die Eltern nach der Geburt des Kindes noch heiraten.

Anzeige

Die Ehepartner:innen der Monarchen haben keinen Anspruch auf die Thronfolge. Sollte Prinz Charles etwa vor seiner Frau Camilla sterben, so geht der Thron nicht an sie, sondern an Prinz William. Nur direkte Blutsverwandte können den Thron besteigen.

Prinz Charles ist nun König Großbritanniens

Prinz Charles wird am 14. November 1948 im Buckingham Palast in London geboren. Durch die Krönung seiner Mutter 1952 wird der damals Vierjährige zum Thronerbe und erhält den Titel Herzog von Cornwall. Seit 1958 trug er außerdem den Titel Prince of Wales, der einzig dem Thronfolger vorbehalten ist. Dieser Titel wurde jetzt an William weitergegeben. 

Nachdem seine Mutter, Queen Elizabeth, veranlasst hat, dass auch ihr Mann seinen Familiennamen weitergeben darf, heißt er mit vollem Namen Charles Philip Arthur George Mountbatten-Windsor. Seine vollständige Titulatur nimmt einige Zeit und Zeilen in Anspruch, soll aber natürlich nicht unerwähnt bleiben:

"His Royal Highness The Prince Charles Philip Arthur George, Prince of Wales, Duke of Cornwall, Duke of Rothesay, Duke of Edinburgh, Earl of Chester, Earl of Carrick, Earl of Merioneth, Baron Greenwich, Baron Renfrew, Lord of the Isles, Prince and Great Steward of Scotland, Knight Companion of the Most Noble Order of the Garter, Knight of the Most Ancient and Most Noble Order of the Thistle, Great Master and First and Principal Knight Grand Cross of the Most Honourable Order of the Bath, Member of the Order of Merit, Knight of the Order of Australia, Companion of the Queen’s Service Order, Member of Her Majesty’s Most Honourable Privy Council, Aide-de-camp to Her Majesty".

Im Buckingham Palast wächst Charles mit seiner jüngeren Schwester, Prinzessin Anne, auf. Die beiden trennen keine zwei Jahre. Seine jüngsten Geschwister, Prinz Andrew und Prinz Edward, sind rund 12 beziehungsweise 16 Jahre jünger als er. Als die beiden noch im Grundschulalter sind, ist Charles längst erwachsen und die gemeinsame Zeit im Palast sehr begrenzt.

Charles (ganz rechts) mit seiner Familie
Charles (ganz rechts) mit seiner Familiepicture alliance/United Archives | 91050/United_Archives/TopFoto

Neben seiner Schulausbildung an staatlichen Schulen bekommt Prinz Charles auch Privatunterricht im Buckingham Palast. Ab 1967 studiert Charles an der berühmten Cambridge Universität zunächst Archäologie und Anthropologie. Später wechselt er das Studienfach und macht 1970 seinen Bachelor Abschluss in Geschichte.

Nach seinem abgeschlossenen Studium folgt eine fünfjährige Militärausbildung. Währenddessen zieht er zusätzlich als Stellvertreter der Königin ins britische Oberhaus ein. Außerdem repräsentiert er das britische Königshaus bei Staatsbesuchen und offiziellen Terminen.

War es Schicksal oder der Plan von Queen Elizabeth?

Bei einem Jagdausflug lernt der Thronfolger während dieser Zeit Diana kennen. Prinz Charles ist damals 29, Diana gerade einmal 16 Jahre alt. Sie ist die Tochter von Lord Edward John Spencer und seiner Frau Frances Burke. Nach ihrer Schulausbildung am Institut Alpin Vidematte in der Schweiz, zieht Diana in London mit drei Freundinnen in eine WG und arbeitet als Kindergärtnerin.

Anzeige
Anzeige

Den Kontakt zu Prinz Charles soll seine Mutter selbst gefördert haben. Diana soll genau den Vorstellungen entsprochen haben, die Queen Elizabeth von einer perfekten Schwiegertochter hatte. Diana stammt aus einer der ältesten Adelsfamilien Großbritanniens, gilt als ruhig und angepasst.

Am 24. Februar 1981 feiern Prinz Charles und Diana ihre Verlobung. Die pompöse Hochzeit in der St. Paul’s Cathedral folgt am 29. Juli 1981. Diana trägt nun den Titel "Her Royal Highness, The Princess of Wales".

Prinz Charles und die Prinzessin der Herzen, Prinzessin Diana.
Prinz Charles und die Prinzessin der Herzen, Prinzessin Diana.picture alliance / Photoshot

Kaum elf Monate nach der Hochzeit, am 21. Juni 1982, wird Prinz William geboren. Rund zwei Jahre später, am 15. September 1984, erblickt sein Bruder, Prinz Harry, das Licht der Welt. Das Familienglück ist nun perfekt, könnte man meinen. Dabei liegt es zu dem Zeitpunkt längst in Scherben.

Prinz Charles soll immer noch eine Liebesbeziehung mit seiner früheren Freundin Camilla Parker Bowles haben. Auch Diana werden verschiedene Affären unterstellt. Zudem berichtet sie später, zu dieser Zeit unter Bulimie und Depressionen gelitten zu haben.

Die Medien liebten Diana - leider zu sehr

Doch parallel zum Untergang ihrer Ehe, geht ihr Stern als Stilikone und "Königin der Herzen" - wie sie die Presse nennt - auf. Sie ist in den 90er Jahren die meistfotografierte Frau und ihr Stil wird bis heute oft kopiert.

Am 28. August 1996 lassen sich die beiden scheiden und teilen sich das Sorgerecht für William und Harry. Doch frei ist Diana nicht. Sie wird auf Schritt und Tritt von Paparazzi verfolgt. Sie sind es auch, die auf der Jagd nach dem besten Schnappschuss der damals 36-Jährigen und ihrem Lebensgefährten, dem Unternehmer Dodi Al Fayed, den folgenschweren Unfall mitverursachen. Mehr zu Dianas Leben und ihren prägenden Momenten gibt es hier.

In der Nacht zum 31. August 1997 prallt die Limousine, in der die beiden sitzen, mit überhöhter Geschwindigkeit gegen einen Pfeiler in einem Pariser Tunnel. Die ganze Welt ist in Schockstarre. Ihre Söhne mit gerade einmal 15 und 12 Jahren Halbwaisen. Seinen 13. Geburtstag muss Prinz Harry gerade einmal zwei Wochen nach ihrem Unfalltod zum ersten Mal ohne seine Mutter feiern.

Camillas Weg aus dem Schatten ins Königshaus

Erst 1999 zeigen sich Prinz Charles und Camilla zum ersten Mal gemeinsam auf einer Geburtstagsfeier. Im April 2005 geben sie sich das Jawort. Camilla war eigentlich schon immer die Frau an seiner Seite, nun ist sie es auch ganz offiziell. Ihre Stiefkinder und auch der Rest der Königsfamilie hat sie längst akzeptiert. Auch weil alle sehen können, wie glücklich sie Prinz Charles macht.

Camilla - damals noch Herzogin von Cornwall, heute Königgemahlin.
Camilla - damals noch Herzogin von Cornwall, heute Königgemahlin.picture alliance / empics / Victoria Jones/PA

Eine neue Ära des britischen Königshauses

Mit Charles als König gibt es nach seinem Großvater George VI. wieder einen männlichen britischen Monarchen und als King Charles III. will er einiges ändern.

Lange wurde von Adelsexperten spekuliert, dass Charles als König seinen Namen ändern würde, um nicht mit seinen Vorgängern König Charles I. (regierte von 1625 bis 1649) und Charles II. (regierte von 1660 bis 1685) in Verbindung gebracht zu werden.

Seine Namensvetter haben beide nicht den besten Ruf als Regenten hinterlassen. Doch Charles hat jetzt mit seiner Namenswahl, King Charles III., die Chance, dem entegegnzuwirken in dem er ein toller neuer Regent wird.

Familienmitglieder sollen weniger Geld aus der Staatskasse bekommen

Der neue König soll außerdem bereits den Wunsch geäußert haben, dass nur noch seine engsten Familienangehörigen an öffentlichen Auftritten teilnehmen. Diese sollen zudem die einzigen sein, die eine Apanage aus der Staatskasse erhalten.

Zusätzlich soll es den Plan geben, seinem umstrittenen Bruder Prinz Andrew und dessen Töchtern Beatrice und Eugenie die Adelstitel wegzunehmen. Sie müssten dann ohne den Titel "Königliche Hoheit" und ohne öffentliche Gelder ein gegebenenfalls etwas bescheideneres Leben führen oder selbst für ihren Unterhalt für den gewohnten Lifestyle aufkommen.

Die Britische Königsfamilie:
60212942
Artikel

Die Royals: Erfahre mehr über Prinz Charles

  • 12.10.2022
  • 11:13 Uhr
Alle News zu Queen Elizabeth II.
Sat1 logo

© 2022 Seven.One Entertainment Group